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Wirtschaft

Milliardenverluste durch Software-Piraterie

Weltweit liegen auf einem Drittel aller Computer unlizensierte Programme. Allein im Jahr 2007 gingen den Software-Firmen so 48 Milliarden Dollar verloren. Zudem hat der Handel mit illegaler Software neue Märkte gefunden.

Screenshot Windows Vista, Quelle: AP

Wird in vielen Ländern illegal mit neuen Rechnern verkauft: Windows Vista

Die berechneten Umsatzverluste in Milliardenhöhe gehen aus einer Studie des Marktforschungsinstituts IDC hervor, die am Mittwoch (14.05.2008) in München vorgestellt wurde. In Auftrag gegeben hat die Studie die Business Software Alliance, kurz BSA, die sich mit Urheberrechtsverletzungen auf dem Software-Markt befasst. Zu ihren Kunden gehören unter anderem Microsoft, Adobe und Apple Computer.

Genaue Zahlen über das tatsächliche Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden durch die Verwendung geklauter Programme sind schwer zu ermitteln – ähnlich wie bei der Schwarzarbeit. Denn beide Branchen leben davon, dass sie unentdeckt bleiben.

Georg Herrnleben, bei der BSA zuständig für Mittel- und Osteuropa, hält die Zahlen des Marktforschungsinstituts IDC dennoch für brauchbar. Die IDC vergleiche zum Beispiel die Anzahl verkaufter Computer und den Verkauf neuer Software. Und hier klafften die Zahlen oft weit auseinander, erklärt Herrnleben. "Und dieses Delta, vereinfacht gesprochen, ist dann die Piraterie-Rate."

Fortschritte trotz Problemen

Straßenverkäuferin in China, Quelle: AP

Produktpiraterie ist vor allem in Entwicklungsländern ein Problem

108 Länder hat die IDC in ihre Marktbeobachtung einbezogen. In 67 Ländern, also mehr als der Hälfte, ist Software-Piraterie seit der ersten Studie vor sechs Jahren zurückgegangen. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, meint Herrnleben. Allerdings gebe es in Ländern wie Brasilien, Russland, Indien und China weiterhin große Probleme. "Das sind so ungeheure Wachstumsmärkte, dass wir dort gar nicht schnell genug die Piraterie-Rate senken können, wie neue Computer leider nicht mit lizenzierter Software drauf - verkauft werden."

Doch auch dort versuchen die Regierungen mit schärferen Gesetzen gegen Produktpiraten vorzugehen. Im Falle Russlands habe das auch damit zu tun, dass Russland in die Welthandelsorganisation aufgenommen werden wolle. "Und da muss Russland natürlich gewisse internationale Spielregeln einhalten, um in diesen Club aufgenommen zu werden."

Auch in Deutschland leichter Rückgang

Glaubt man der IDC-Studie, dann sind in den USA, Luxemburg und Neuseeland die ehrlichsten Computeranwender zu finden. Deutschland liegt auf Platz zwölf. Dort ist die Softwarepiraterie seit der letzten Studie um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent zurückgegangen. Grundsätzlich sei das ein positiver Trend, meint Herrnleben. Aber auch so seien die Verluste der deutschen Industrie noch hoch genug. "Die liegen nämlich immer noch bei 1,3 Milliarden Euro."

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