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Aktuell Deutschland

Milliardenschwer: die katholische Kirche

Bargeld, Immobilienbesitz oder Finanzanlagen - die katholische Kirche in Deutschland besitzt ein Milliardenvermögen. Der Umfang wird langsam klarer, denn immer mehr Diözesen veröffentlichen Angaben zu ihren Finanzen.

Nach dem Wirbel um den Finanzskandal von Limburg legen immer mehr Bistümer Rechenschaft über ihr Vermögen ab. Und das ist beachtlich, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den 27 Diözesen in Deutschland ergab. Dabei handelt es sich um Barvermögen, aber zu großen Teilen auch um Finanzanlagen, Rückstellungen etwa für Priesterpensionen sowie Immobilienbesitz.

Milliarden auf der hohen Kante

Zu den besonders vermögenden Diözesen gehören Köln, Limburg, Mainz und Trier. In Köln, wo es die meisten Kirchenmitglieder gibt, wird allein der Immobilienbesitz von Erzbistum und Erzbischöflichem Stuhl auf über 612 Millionen Euro taxiert. Das Bistum Limburg bilanziert in seinem Geschäftsbericht unter anderem Finanz- und Sachanlagen von rund 810 Millionen Euro, hinzu kommen weitere Geldtöpfe. Zu den Diözesen mit großen Vermögenswerten gehören den vorliegenden - teils unvollständigen und nicht immer vergleichbaren - Angaben zufolge auch Mainz mit 823,3 Millionen Euro Gesamtvermögen und Trier, wo allein das Anlagevermögen zuletzt 759,6 Millionen Euro betrug. In Augsburg summieren sich Eigen-, Sach- und Anlagekapital auf über 620 Millionen Euro, in Passau verfügen Diözese, Bischöflicher Stuhl und eine Pensionsanstalt über zusammen 570 Millionen Euro. Fulda bewertet allein sein liquides Vermögen mit 456 Millionen Euro.

Der Westen ist reich, der Osten arm

Das vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, geleitete Erzbistum München-Freising gilt ebenfalls als gut situiert. Wie gut, soll erst in einigen Jahren feststehen, wenn unter anderem 7000 Gebäude bewertet sind. Diözesen im Osten gelten dagegen als vergleichsweise arm. So hat der Bischöfliche Stuhl in Magdeburg 200.000 Euro.

Der Skandal um die hohen Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg, der vor neun Monaten die Demission von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zur Folge hatte, hat dazu geführt, dass immer mehr Diözesen Angaben zu ihrem Vermögen offenlegen. Das gilt auch für lange geheime Schattenhaushalte wie die Bischöflichen Stühle oder Versorgungswerke. Abgeschlossen ist dieser Prozess noch nicht, einige Bistümer tun sich bei der Bewertung etwa ihres Besitzes an Gebäuden und Grundstücken schwer. Um eine bessere Gesamtübersicht über ihre wirtschaftliche Situation zu bekommen, stellen etliche ihre Bilanzen nach den Standards des Handelsgesetzbuches um.

pg/sti (dpa)