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Wirtschaft

Midea mischt Kuka weiter auf

Im Übernahmepoker um den deutschen Roboterhersteller Kuka steht der chinesische Konzern Midea kurz vor dem Durchbruch: Nach dem Aktienverkauf eines weiteren Großaktionärs haben die Chinesen fast die Mehrheit.

Mit aller Kraft will der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea seine Anteile beim Robotikunternehmen Kuka ausbauen: Mit 115 Euro je Anteilsschein hat Midea den Anlegern ein interessantes Angebot gemacht - und die Dominosteine bei Kuka fallen nach und nach um.

Während weiterhin nicht bekannt ist, wie viele Kleinanleger an die Chinesen verkaufen, haben die zwei wichtigsten Großaktionäre bereits Gefallen an dem Angebot gefunden. So gibt nun auch der Unternehmer Friedhelm Loh sein Paket von zehn Prozent an Midea ab. "Ich habe am Donnerstag die Entscheidung zum Verkauf des Aktienpakets gefällt und am Freitag umgesetzt", sagte Loh der Zeitung "Handelsblatt".

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Zuvor hatte bereits der Voith-Konzern Kuka den Rücken gekehrt und 25,1 Prozent seiner Anteile verkauft. Zusammen mit einem Anteil von 13,5 Prozent, den sich Midea bereits gesichert hatte, kämen die Chinesen also schon auf 48,5 Prozent. Damit wären sie nur noch knapp von einer Mehrheit entfernt. Das zuvor genannte Mindestziel von 30 Prozent wäre aber bereits deutlich überschritten.

Angst vor Technologie-Transfer

Die Bundesregierung, die sich um den Abfluss deutscher Technologie sorgt, wünscht sich indes, dass der Midea-Anteil letztlich nicht über 49 Prozent liegen soll.

Der Kuka-Vorstand hat mit den Chinesen einen bis Ende 2023 gültigen Investorenvertrag geschlossen und seinen Aktionären einen Verkauf empfohlen.

Der Vertrag sieht umfassende Garantien für Mitarbeiter und Kunden vor. Die Chinesen erklärten sich auch bereit, Anteile, die über die 49 Prozent hinausgehen, zum selben Preis weiterzureichen. Wer sie übernehmen könnte, lotet der Kuka-Vorstand derzeit in Gesprächen mit potenziellen Investoren aus. Das Problem ist allerdings der hohe Preis. Midea bietet insgesamt 4,5 Milliarden Euro. Der schwäbische Maschinenhersteller Voith bekommt für seine Anteile 1,2 Milliarden Euro, Loh kommt auf knapp eine Milliarde. Die Offerte an die Kleinanleger läuft noch bis zum 15. Juli.

Belegschaftsvertreter hatten dafür geworben, dass die beiden Großaktionäre ihre Anteile behalten. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Ankeraktionäre die Stellung halten und wir Kuka gemeinsam erfolgreich machen", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg und Kuka-Aufsichtsratsvize Michael Leppek. Grundsätzlich sei durch den Fall Kuka eine wichtige Diskussion angestoßen worden, sagte Leppek. Es stelle sich die Frage, welche Einflussmöglichkeiten die Politik habe und mit welchen Schutzmechanismen sich solche Fälle künftig verhindern ließen.

nm/mak (dpa/rtr/afp)

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