1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Kuka will mit Chinesen schneller wachsen

Kuka-Chef Till Reuter hat die Empfehlung für eine Übernahme des Roboterherstellers durch den chinesischen Investor Midea gerechtfertigt. Schnelleres Wachstum und Unabhängigkeit sieht er gegeben.

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka will unter chinesischer Ägide mehr Tempo an den Tag legen. Vorstandschef Till Reuter sagte am Mittwoch in München, Wachstumschancen gebe es vor allem in China, dem weltgrößten Robotermarkt. Auch die Digitalisierung der Produktion, der Ausbau des Logistikgeschäfts sowie der Einstieg in den Markt für Serviceroboter für zuhause sollen für Schub sorgen. In allen Bereichen sei die Partnerschaft mit dem Haushaltsgeräte-Hersteller Midea, der Kuka übernehmen will, von Vorteil.

Finanzchef Peter Mohnen sagte zum bisherigen Plan, 2020 zwischen 4,0 und 4,5 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 7,5 Prozent Marge zu erzielen: "Wir glauben, dass wir diese Ziele schneller erreichen können." 2020 könne man zehn Prozent höher liegen, dies werde jetzt in Ruhe analysiert.

"Uns ist wichtig, dass Kuka unabhängig bleibt", sagte Reuter. Das sei durch den Investorenvertrag mit Midea mit einer Laufzeit bis Ende 2023 sichergestellt. "Das geht weit über das übliche Maß von drei bis fünf Jahren hinaus", sagte er über ähnliche Vereinbarungen.

"Großaktionäre sollen an Bord bleiben"

Vorstand und Aufsichtsrat von Kuka hatten am Dienstag den Anteilseignern empfohlen, die 4,5 Milliarden Euro schwere Offerte aus China anzunehmen. "Wir haben einen attraktiven Preis für unsere Aktionäre", sagte Reuter mit Blick auf die 115 Euro je Aktie, die Midea bietet. Er selbst werde die Hälfte seiner etwas mehr als 20.000 Aktien verkaufen und die andere Hälfte behalten. Finanzchef Mohnen will seine gut 2200 Aktien nach eigenen Angaben komplett abgeben.

Die beiden Vorstände bekräftigten ihren Wunsch, dass die beiden Großaktionäre Voith und Loh an Bord bleiben. Diese lassen sich bisher nicht in die Karten schauen. Kuka-Betriebsratschef Armin Kolb hält "eine gesunde Mischung" aus Großaktionären für das Beste für den Konzern. "Man wird sehr deutlich sehen, wie viel Unternehmertum es im deutschen Mittelstand gibt, oder ob es nur um Geld geht."

Midea garantiert für die nächsten siebeneinhalb Jahren den 12 300 Kuka-Beschäftigten ihre Jobs und den Erhalt der Unternehmenszentrale in Augsburg, wo es allein 3500 Mitarbeiter gibt. Auch die IG Metall hatte sich daher zustimmend zu der Vereinbarung geäußert. Die Übernahmepläne aus China sorgen seit Wochen für Diskussionen, auch auf politischer Ebene.

ul/wen (rtr, dpa)