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Kultur

Microsoft will Apple angreifen

In Sachen Musik-Download soll es Apple an den Kragen gehen. Der Softwarekonzern Microsoft eröffnet seinen Online-Musikladen und ist eine ernst zu nehmende Konkurrenz für den Marktführer im Geschäft mit der Webmusik.

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Apples "iPod" bekommt Konkurrenz

2003 war das Jahr für Apple. Zumindest für den "iTunes"-Music Store, der bisher sämtliche Konkurrenten mit Leichtigkeit abhängte. Der wieder auferstandene Konkurrent im Online-Musikhandel Napster war nie wirklich eine ernsthafte Gefaghr, und auch die anderen Anbieter von kostenpflichtiger Musik per Internet konnten bisher nicht richtig Fuß fassen.

ITMS iTunes Music Store Deutschland Apple

iTunes-Musicstore: Online Musikshop von Apple

Apples Marktanteil in dem Geschäft liegt derzeit bei 70 Prozent und sorgt dafür, dass der hauseigene mobile Musikplayer "iPod" ebenfalls ein Verkaufsschlager ist. Fast jeder dritte digitale Player, der weltweit verkauft wird, trägt das Logo "iPod". Zwar hat Realnetworks bereits zum Angriff gegen "iTunes" geblasen und die Preise in seinem Musikshop radikal gesenkt. Auch mit einem Player, der das Apple-Format AAC beherrscht, möchte man ein Stück vom Online-Musik-Kuchen für sich abschneiden.

Microsoft greift an

Aber seit Donnerstag (2.9.2004) hat Apple wirklich ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. Microsoft hat seinen eigenen Musikladen im Web eröffnet. Zwar geschieht dies vorerst nur zu Testzwecken in den USA, aber man kann sich jetzt schon sicher sein, dass der Kampf um kaufwillige Musikfans um einiges härter geführt wird, als je zuvor. Nach der Testphase wird Microsoft sämtliche Geschütze auffahren und seine geballte Marktmacht einsetzten, um Apple zu attackieren.

Microsoft Steve Ballmer

MSN hat mit 300 Millionen ein enormes Potential

"Außer Apple hat bis jetzt niemand wirklich ernsthafte Werbung in diesem Markt betrieben", sagt Musicnet-Chef Alain McGlade. Dass das so bleibt, ist mit Start des Online-Musikservices von Microsoft (MSN) unwahrscheinlich. Dem Konzern steht für die Promotion die meistbesuchte Website der USA zur Verfügung, darüber hinaus plant der IT-Riese die Kompatibilitäts-Kampagne "Plays for sure". Dadurch soll es für die kaufwillige Kundschaft leichter ersichtlich sein, welcher mobile Player Musiktitel abspielen kann, die durch den Standard DRM (Digital Rights Management) geschützt sind.

Gefährliche Konkurrenz

Microsoft ist der gefährlichste Gegner für Apple. Die beiden Unternehmen kämpfen erneut um die Durchsetzung ihrer Technologie als Industriestandard: Apple für das AAC-Format, Microsoft für das WMA-Format. Apple hat zwar einen Startvorteil, aber Microsoft setzt auf die breite Kompatibilität seines Dienstes und seines Formates. Der MSN-Musikservice soll für digitale Musik-Player zahlreicher Herstellern nutzbar sein, wovon sich Microsoft einen Vorteil verspricht. Apples "iTunes" sind hingegen nur auf den Apple-Player "iPod" zugeschnitten.

Internet in China

Auch Yahoo plant einen Musikladen im Web

Bis Ende 2004 will neben Neulingen auf dem Online-Musikmarkt wie dem Musiksender "MTV" auch das Webportal "Yahoo" einen eigenen Musikladen im Web aufmachen. Damit bekommt "iTunes" einen weiteren Konkurrenten, den die "iTunes"-Strategen ernst zu nehmen haben. Wann deutsche Surfer in den Genuss kopiergeschützter Bezahlmusik aus dem Hause Microsoft kommen kann, steht derzeit noch nicht fest.

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