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Amerika

Michael Jacksons Arzt schuldig gesprochen

Der frühere Leibarzt des verstorbenen Popstars Michael Jackson, Conrad Murray, ist der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß wurde noch nicht bekanntgegeben.

Conrad Murray (Foto: AP)

Conrad Murray drohen bis zu vier Jahre Haft

Die zwölf Geschworenen gaben ihren Urteilsspruch am Montag (07.11.2011) nach knapp neunstündigen Beratungen in Los Angeles bekannt. Murray nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis. Dem 58-jährigen Kardiologen drohen nun bis zu vier Jahre Haft und der Verlust seiner Zulassung als Arzt. Murray wurden nach der Bekanntgabe des Urteils Handschellen angelegt. Er soll bis zur nächsten Anhörung zur Höhe des Strafmaßes am 29. November in Haft bleiben.

Im Gerichtssaal saßen auch Michael Jacksons Eltern Katherine und Joe sowie weitere Familienmitglieder. Zahlreiche Jackson-Fans, die sich vor dem Gerichtsgebäude versammelt hatten, reagierten mit Freudenrufen auf den Urteilsspruch.

Michael Jackson (Foto: AP)

Michael Jackson im März 2009

Staatsanwalt: Leibarzt "kriminell fahrlässig"

In dem sechswöchigen Prozess hatte die Staatsanwaltschaft Murray vorgeworfen, Jackson im Juni 2009 eine Überdosis Propofol gespritzt zu haben - einem Narkosemittel, das ansonsten bei Operationen eingesetzt wird. Der Leibarzt soll den Sänger dann entgegen ärztlichen Standards unbeobachtet gelassen und damit seinen Tod mit verursacht haben.

Der Arzt war für angeblich 150.000 Dollar im Monat als Leibarzt von Michael Jackson angeheuert worden. Dessen Schlaflosigkeit hatte Murray mit Propofol behandelt. Experten hatten ausgesagt, dass die Vergabe dieses starken Mittels gegen Schlaflosigkeit - noch dazu außerhalb eines Krankenhauses - unverantwortlich sei.

In seinem Schlussplädoyer hatte Staatsanwalt David Walgren die Geschworenen am vergangenen Donnerstag dazu aufgerufen, Murray schuldig zu sprechen. Die Beweislage gegen den Kardiologen sei erdrückend, sagte Walgren. Murray habe "kriminell fahrlässig" gehandelt und Jacksons Tod verschuldet. Er habe Sanitätern und Ärzten wichtige Informationen verschwiegen, um seine Taten zu verschleiern. Im Polizeiverhör habe er umfangreiche Lügengeschichten erfunden, um von seiner Verantwortung abzulenken.

Verteidiger: Jackson nahm tödliches Mittel selbst ein

Murrays Verteidiger Ed Chernoff hatte hingegen betont, Murrays Schuld an der Überdosis Propofol sei nicht bewiesen. Der medikamentensüchtige Popstar habe sich das Mittel vermutlich in Abwesenheit Murrays selbst verabreicht. Chernoff warf der Anklage zudem vor, einen Schuldigen für den Tod des Popstars suchen zu wollen.

In dem Prozess hatten 49 Zeugen ausgesagt, darunter Mediziner, Polizisten und frühere Angestellte Jacksons. Murray selbst war nicht in den Zeugenstand getreten. Jacksons Eltern und einige seiner Geschwister waren fast täglich vor Gericht erschienen. Sie hatten anfangs auf eine schwerwiegendere Anklage wegen Mordes gedrängt. - Michael Jackson wurde 50 Jahre alt.

Autorin: Julia Elvers-Guyot (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Christian Walz

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