1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Mia san Triple

Bayern München hat in diesem Jahr Sportgeschichte geschrieben und ist deshalb zur "Mannschaft des Jahres" gewählt worden. Nach Meisterschafts-Triumph und Champions League-Sieg gewann der FCB auch den Titel im DFB-Pokal.

Da ist das Ding: Kapitän Lahm hebt den Pott in die Höhe. Foto: REUTERS/Michael Dalder

Da ist das Ding: Kapitän Lahm hebt den Pott in die Höhe

Schon vor der Partie war klar: Es wird ein historisches Spiel. Entweder gewinnt der VfB Stuttgart völlig überraschend gegen den in dieser Saison so überlegenen deutschen Meister und Champions League-Sieger FC Bayern München. Oder der FCB gewinnt erwartungsgemäß und holt als erste deutsche (Herren-)Mannschaft das Triple aus Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal.

Letzteres ist eingetreten: Bayern München hat Sport-Geschichte geschrieben durch einen 3:2 (1:0)-Sieg im Berliner Olympiastadion. Stuttgart hat tapfer gekämpft und sich nach dem 0:3-Rückstand noch bis auf ein Tor herangekämpft. Aber den dritten Titel in dieser Saison ließen sich die routinierten Bayern nicht mehr nehmen. "Wenn man die 90 Minuten sieht, war der Sieg verdient", erklärte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. "Das ist die beste Bayernmannschaft. Das ist der absolute Höhepunkt." Spielmacher Franck Ribery sagte: "Das ist unglaublich, super. Wir haben ein bisschen Angst gehabt in den letzten Minuten. Aber egal, wir haben gewonnen. Ich bin so glücklich hier."

Jupp Jupp Hurra

Jupp Jupp Hurra: Die Mannschaft lässt ihren Trainer hochleben. Foto: REUTERS/Tobias Schwarz

Jupp Jupp Hurra: Die Mannschaft lässt ihren Trainer hochleben

Selbst Sportdirektor Matthias Sammer, der zu seinen aktiven Zeit "Motzki" genannt wurde, hatte kaum etwas zu meckern: "Wir haben in ein paar Phasen nicht unser sportliches Niveau zeigen können. Eine Woche nach dem Champions-League-Finale ist das menschlich." Und Kapitän Philipp Lahm meinte: "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt zu analysieren. Es waren anstrengende Monate, jetzt haben wir es geschafft." Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic war ebenfalls zufrieden: "Ich bin sehr stolz auf die Leistung der Jungs. Nach dem 0:3 haben sie nicht zurückgesteckt. Und die Bayern noch mal zittern zu sehen, war sehr schön."

Für Bayern-Trainer Jupp Heynckes ist es ein triumphaler Abschied aus dem deutschen Fußball. Der 68-Jährige hatte bereits im Vorfeld bekannt gegeben, dass für ihn in der Bundesliga Schluss sei, ließ aber offen, ob er sich im Ausland noch mal auf die Trainerbank setzen wird.

Zwei Tore durch Gomez

Der entscheidene Pass von Lahm (2.v.l.) auf Gomez (r.) beim 2:0. Foto: REUTERS/Tobias Schwarz

Der entscheidene Pass von Lahm (2.v.l.) auf Gomez (r.)

Beide Mannschaften lieferten sich einen kurzweiligen, schnellen und intensiven Pokalfight. Stuttgart war ein ebenbürtiger Gegner, der besonders in der ersten halben Stunde einige Torchancen hatte, sie aber nicht nutzte. Im Gegensatz zu den Bayern: In der 31. Minute brachte Serdar Tasci Arjen Robben im Strafraum zu Fall – ein klarer Elfmeter, den Schiedsrichter Manuel Gräfe aber nicht gab. Dafür fiel der Pfiff dann vier Minuten später nach einem Zweikampf mit Ibrahima Traore. Thomas Müller verwandelte souverän (37.)

Zu Beginn der zweiten Halbzeit dominierten die Bayern dann die Partie. Mario Gomez, den FCB-Trainer Heynckes anstelle von Mario Mandzukic in die Startelf berufen hatte, machte mit einem Doppelpack scheinbar alles klar. Beim 2:0 (48.) musste Gomez nach einem Pass von Lahm nur noch den Fuß hinhalten. Beim dritten Treffer für die Bayern schob der ehemalige Stuttgarter den Ball aus zehn Metern lässig ins Tor (61.).

Stuttgart, das in dieser Saison als Tabellen-Zwölfter seinen Erwartungen einmal mehr nicht gerecht geworden ist, erzielte ausgerechnet dann seinen ersten Treffer, als kaum einer damit gerechnet hatte. Martin Harnik (71.) köpfte nach einer Flanke präzise und unhaltbar ins Tor. Als der österreichische Nationalspieler zehn Minuten vor Spielende dann sogar noch den Anschlusstreffer erzielte (80.), spürten die Schwaben und die Zuschauer: Da geht vielleicht doch noch was. Aber die Bayern rissen sich nach der langen Saison noch mal zusammen und brachten das Spiel über die Zeit.

Siebter Triple-Gewinner

Bayern München ist also der erste deutsche Triple-Gewinner und der siebte in der europäischen Fußball-Geschichte. Das "große" Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Triumph in Champions League beziehungsweise Europapokal der Landesmeister gelang bislang nur Inter Mailand, dem FC Barcelona, Manchester United, PSV Eindhoven, Ajax Amsterdam und Celtic Glasgow.

In Deutschland waren die Frauen schneller als die Männer: Der VfL Wolfsburg machte durch den Endspiel-Sieg in der Champions League gegen Olympique Lyon in dieser Saison schon als zweites Frauen-Team das Triple perfekt. Dem 1. FFC Frankfurt war das Kunststück bereits 2001 und 2008 (damals noch mit dem "UEFA Womens Cup") gelungen.

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema