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Fußball

Weit mehr als nur ein Finale

Das Triple als historische Chance: Der FC Bayern München steht vor dem größten Triumph der Vereinsgeschichte. Im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart müssen die Bayern allerdings auf zwei ihrer Brasilianer verzichten.

Final-Choreographie (Foto: Getty Images)

Schafft Bayern München das Triple?

"Es ist nicht nur ein Pokal, den wir gewinnen können. Jetzt können wir Geschichte schreiben." Thomas Müller spricht diesen Satz gelassen aus, aber es steht tatsächlich Historisches an: Bisher ist es noch keiner deutschen (Männer-)Fußballmannschaft gelungen, das Triple aus Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal zu gewinnen. Nicht nur für den scheidenden Trainer Jupp Heynckes wäre ein Sieg über den VfB Stuttgart am Samstagabend (01.06.2013, 20:00 Uhr MESZ) der maximale Erfolg. Doch auch der Finalgegner VfB Stuttgart ist heiß auf den Titel.

Seleção setzt sich durch

Bei den Bayern werden Abwehrmann Dante und Mittelfeldspieler Luiz Gustavo das Finale verpassen: Sie wurden zu der brasilianischen Nationalmannschaft berufen, die vom 15. Juni an den Confed Cup in Brasilien austrägt. Gemäß den FIFA-Statuten müssen Vereine die Spieler 14 Tage vorher abstellen, zudem trägt Brasilien am Sonntag ein Testspiel gegen England aus. Der brasilianische Fußballverband hatte Druck auf den Verein und die Spieler ausgeübt. Brasiliens Sportdirektor Carlos Alberto Parreira hatte sogar damit gedroht, die beiden Profis nicht für die WM 2014 im eigenen Land zu berücksichtigen, falls sie nicht rechtzeitig anreisten.

Video ansehen 00:51

Berlin: Vorfreude auf DFB-Pokalfinale

Rummenigge sprach von einem "unmenschlichen Druck" auf die Spieler und davon, dass "Psychoterror" ausgeübt werde. Das sei skrupellos, unfair und inakzeptabel. Brasiliens Fußballverband hätte damit gedroht, den FC Bayern München beim Weltfußballverband FIFA anzuzeigen, falls der Klub die Spieler nicht freigebe. Theoretisch hätte dann das DFB-Pokalfinale selbst bei einem Bayern-Sieg wie eine Niederlage gewertet werden können. Rummenigge zeigte dafür kein Verständnis, machte aber den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für den Zwist verantwortlich. Das deutsche Pokalfinale auf den 1. Juni zu legen, sei ein klarer Planungsfehler des DFB, betonte er. Auch der spanische Nationalspieler Javier Martínez tritt beim Confed Cup an, der spanische Verband habe den Bayern-Spieler aber nicht vor dem deutschen Pokal-Finale angefordert, sagte Rummenigge.

Stuttgart Triple-Verderber?

Der VfB Stuttgart hat eine durchwachsene Saison mit dem enttäuschenden zwölften Rang hinter sich. Sein Ziel europäischer Wettbewerb hat er nur durch den Umweg über den DFB-Pokal erreicht. Seit 16 Jahren haben die Schwaben den Pokal nicht mehr gewonnen, dementsprechend gierig ist der VfB auf den Titel. "Wir haben Stärken, mit denen wir den Bayern wehtun können", ist Stuttgarts Coach Bruno Labbadia überzeugt. Der 47-Jährige sitzt seit Dezember 2010 auf der Stuttgarter Trainerbank und hat seither einiges erreicht: Klassenerhalt geschafft, zweimal in den Europapokal eingezogen. Als Spieler gewann er 1990 den Pokal mit dem 1. FC Kaiserslautern, als Trainer verlor er 2009 mit Bayer Leverkusen das Endspiel.

Jupp Heynckes wird von seinen Spielern in die Luft geworfen (Foto: dpa)

Jupp Heynckes kann seinen Abschied aus München mit dem Triple krönen

Ähnlich ergeht es auch seinem Gegenüber Jupp Heynckes, der ebenfalls nur als Spieler der Borussia aus Mönchengladbach 1973 erfolgreich war, als Trainer aber noch nie in Berlin den Pokal gewonnen hat. "Als Trainer und früherer Spieler von ihm hat mich seine Karriere bewegt", sagte Labbadia über seinen Konkurrenten. "So eine emotionale Reaktion wie nach dem Gladbach-Spiel geht auch an mir nicht spurlos vorüber, das berührt mich. Ich gönne ihm jederzeit alles, aber nicht am Samstag."

Emotional dürfte es für Heynckes auch am Samstag zugehen, denn dann steht sein letztes Spiel als Bayern-Trainer an. "Wir müssen auch für unseren Trainer diesen Pokal gewinnen", lautet daher die Devise, nicht nur von Franck Ribéry, der kurz vor seiner Vertragsverlängerung steht.

Viel Geld für beide Finalisten

Für beide Mannschaften klingelt im Wettbewerb des DFB die Kasse. Champions-League-Sieger FC Bayern München, der schon drei Livespiele im Fernsehen absolviert hat, nahm bisher aus der zentralen Vermarktung neun Millionen Euro in dem Wettbewerb ein, Stuttgart kommt mit bisher nur einem Livespiel im Fernsehen immerhin auf gut 3,7 Millionen Euro. Über die zentrale Vermarktung werden die Einnahmen aus TV, Banden- und Ärmelwerbung verteilt. Dazu kommen noch die Einnahmen aus dem Ticketverkauf (München: rund fünf Millionen Euro, Stuttgart: etwa drei Millionen Euro). In Berlin erhält zudem jeder Finalist weitere zwei Millionen Euro Prämie, der Sieger noch einmal 300.000 Euro extra.

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