Merkel dringt auf raschen Start des Antiterror-Kampfs in Sahel-Staaten | Aktuell Europa | DW | 13.12.2017
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Sahel-Staaten

Merkel dringt auf raschen Start des Antiterror-Kampfs in Sahel-Staaten

Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad - mit deren Staatschefs haben sich die Kanzlerin und Frankreichs Präsident getroffen, um mehr Druck beim Kampf gegen islamistischen Terror zu machen.

Merkel und Macron mit dem malischen Präsidenten Boubacar Keita (li.), Tschads Staatschef Idriss Deby (mit Gewand) und dem Präsidenten von Niger, Mahamadou Issoufou; ganz rechts Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni (Foto: picture-alliance/AP Photo/M. Euler)

Merkel und Macron mit dem malischen Präsidenten Boubacar Keita (li.), Tschads Staatschef Idriss Deby (mit Gewand) und dem Präsidenten von Niger, Mahamadou Issoufou; ganz rechts Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen raschen Start der Anti-Terroraktionen in der Sahelzone mit logistischer und finanzieller Hilfe aus der EU und Deutschland gefordert. "Es geht hier um eine drängende Aufgabe", sagte Merkel nach einer Konferenz zum Anti-Terror-Kampf in der Sahelzone auf Schloss La Celle-Saint-Cloud bei Paris. "Der islamistische Terrorismus breitet sich aus. Wir können nicht warten, sondern wir müssen möglichst schnell auch beginnen, hier diesen Kampf zu führen."

Mit 5000 Mann gegen die Terroristen

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief als Gastgeber des Treffens zu verstärkten Anstrengungen auf: "Wir müssen den Krieg gegen den Terrorismus in der Sahelzone gewinnen", unterstrich er.

Bei der Konferenz hatte Merkel mit Macron sowie den Präsidenten der G5-Sahel-Staaten Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad über den Kampf gegen die Terroristen beraten. Der seit 2014 bestehende Zusammenschluss G5-Sahel hat 2017 eine eigene Truppe gegründet, um besser gegen islamistische Rebellen, Terrormilizen und organisierte Kriminalität auf seinem riesigen Gebiet vorgehen zu können. Berlin und vor allem Paris unterstützten den Aufbau dieser Truppe bereits mit der Koordinierung von Hilfen.

Eine Milliarde deutsche Entwicklungshilfe

Die Kanzlerin sagte der Anti-Terror-Truppe der G5-Staaten die "massive" Unterstützung Deutschlands zu. Die Bundesrepublik werde den Sahel-Ländern zwischen 2017 und 2021 etwa eine Milliarde Euro Entwicklungshilfe zahlen. Die Unterstützung werde aber "nicht nützen, wenn die Menschen nicht in Sicherheit leben können". Deswegen habe Deutschland ein elementares Interesse an der Sicherheit der Region. Nach Macrons Angaben gibt es noch weitere Finanzzusagen. So stellten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Staaten insgesamt 130 Millionen Dollar in Aussicht (gut 110 Millionen Euro). Bis Mitte des kommenden Jahres soll die G5-Truppe rund 5000 Mann umfassen. Merkel äußerte die Hoffnung, die Truppe vollständig unter ein "UN-Dach" stellen zu können. Derzeit wird sie von UN-Blauhelmsoldaten unterstützt, die in Mali stationiert sind. In der dünn besiedelten Sahel-Region sind mehrere dschihadistische Gruppierungen aktiv. Die Bundeswehr ist an einem Stabilisierungseinsatz der UN in Mali beteiligt.

sti/sam (afp, dpa)