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Islam

Mekka erwartet zwei Millionen Pilger

Für gesunde und finanzkräftige Muslime ist eine Pilgerreise nach Mekka Pflicht. Saudi-Arabien geht davon aus, dass die Zahl der "Hadsch"-Teilnehmer in diesem Jahr einen neuen Rekordwert erreicht.

Muslime aus aller Welt beginnen an diesem Mittwoch die alljährliche Pilgerfahrt Hadsch. Einschließlich etwa einer halben Million einheimischer Pilger gehe man von rund zwei Millionen Teilnehmern aus, teilte das saudische Königshaus mit. Zehntausende Sicherheitskräfte sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Nach einer Massenpanik 2015 mit bis zu 2400 Toten hatte Saudi-Arabien die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft.

Höhepunkt des spirituellen Lebens

Der Hadsch ist eine der fünf Grundpflichten des Islam. Laut Koran soll jeder Muslim und jede Muslimin einmal im Leben die heiligen Stätten besuchen, sofern er oder sie gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage ist. Die Pilgerfahrt nach Mekka wird jährlich an festgelegten Tagen des islamischen Monats Dhu l-hidscha abgehalten, in diesem Jahr vom 30. August bis 4. September. Zuvor begibt sich der Pilger in einen rituellen Weihezustand, äußerlich erkennbar an der Kleidung aus weißen Tüchern. Es folgt eine Reihe genau festgelegter Rituale wie das siebenmalige Umschreiten der Kaaba sowie das Gebet an bestimmten Orten der Umgebung. Zum Abschluss der Wallfahrt besuchen viele Pilger noch Mohammeds Grab in Medina.

Kaaba (picture-alliance/AP Photo/K. Hamra)

Ziel der Pilger: die Kaaba, das zentrale Heiligtum des Islam

Begünstigt durch den gewaltigen Ausbau der örtlichen Infrastruktur war die Zahl der Pilger schon zuletzt kontinuierlich gestiegen. Während im Jahr 1941 nach offiziellen Angaben lediglich 24.000 ausländische Pilger nach Mekka kamen, waren es 2016 gut 1,3 Millionen. Zählt man die einheimischen Pilger hinzu, begaben sich demnach im vergangenen Jahr insgesamt fast 1,9 Millionen Muslime auf den Hadsch.

Kaum Kataris in Mekka

Das religiöse Großereignis findet wieder vor dem Hintergrund schwerer regionaler Spannungen statt. So kommen aus dem kleinen Nachbarland Katar in diesem Jahr kaum Pilger nach Mekka. Saudi-Arabien hatte im Juni maßgeblich die Blockade des Emirats betrieben, dem es enge Kontakte zum regionalen Rivalen Iran und zu Terrorgruppen vorwirft. Die Behörden in Mekka sind auch auf den Ausbruch der Cholera unter den Pilgern eingestellt, die derzeit im benachbarten Bürgerkriegsland Jemen grassiert.

wa/rk (kna, afp)

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