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Aktuell Asien

Mehr als 2300 Hitzetote in Indien? Zweifel an Opferzahlen

Teile Indiens leiden seit mehr als zwei Wochen unter einer extremen Hitzewelle mit Temperaturen von fast 50 Grad. Erste Regenschauer brachten kaum Entspannung. Zweifel gibt es zunehmend an der Zahl der Hitzetoten.

Offiziell wurden in den vergangenen Wochen mehr als 2300 Hitzetote gezählt, die meisten im Süden des Landes. Ob die hohen Zahlen stimmen, daran gibt es laut indischen Medienberichten inzwischen erhebliche Zweifel. "Mitnahmeeffekt" oder Todesfall infolge unerträglicher Hitze, diese Frage scheint sich vielfach zu stellen.

Im südlichen Bundesstaat Andhra Pradesh mit rund 49 Millionen Einwohnern seien besonders viele Hitzetote gemeldet worden, berichtet die Zeitung "Indian Express". Die Zahl der Todesopfer sei deutlich angestiegen, seit die Regierung von Andhra Pradesh der Familie jedes Verstorbenen 100.000 Rupien (umgerechnet etwa 1400 Euro) versprochen habe.

Nur bei etwa einem Drittel der 1636 Todesfälle in Andra Pradesh zwischen dem 15. und 30. Mai sei ein Hitzschlag als Todesursache ermittelt worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf den Leiter des Katastrophenschutzes, Jagdish Chandra Sharma. Man habe ein Expertengremium eingesetzt, das die Todesursachen der in den vergangenen Wochen Verstorbenen prüfen solle.

Hitzewelle in Indien: Ein Kind kühlt sich mit Wasser (Foto: /AFP/Getty Images)

Abkühlung dringend erwünscht

Im Nachbarbundesstaat Telangana seien die Temperaturen ähnlich hoch gewesen, - dort seien 486 Tote gezählt worden, heißt es im "Indian Express" weiter. In Telangana mit seinen rund 35 Millionen Einwohnern erhalten die Angehörigen der Hitzetoten keine Zuwendungen.

Warten auf den Monsun

Regenschauer haben die extreme Hitzewelle in Indien an einigen Orten etwas erträglicher gemacht. Dennoch stieg das Thermometer vor allem im Südosten des Landes auch am Montag oft wieder über 40 Grad. Wetterexperten rechnen damit, dass es auch in den kommenden Tagen erneut extreme Temperaturen von bis zu 45 Grad geben wird.

Normalerweise beginnt der Monsun im Süden Indiens berechenbar um den 1. Juni, in diesem Jahr verzögern sich die Regenfälle jedoch. An der Südspitze Indiens werden der Monsun und die damit verbundene Abkühlung nach Berechnungen von Meteorologen am Freitag erwartet. Im Norden des Subkontinents beginnt die Regenzeit üblicherweise drei bis vier Wochen später.

qu/gri (dpa d+e, APE)