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Wirtschaft

Medien: Audi tief in Dieselgate verstrickt

Die Affäre um manipulierte Abgaswerte wird auch für die VW-Tochter Audi immer unangenehmer. Offenbar gab es intern schon frühzeitig Hinweise auf Abgas-Tricksereien - etwa in einer brisanten E-Mail.

Die Volkswagen-Tochter Audi ist Medienberichten zufolge tiefer in den Abgasskandal verstrickt als bislang bekannt. Vier hochrangige Motoren-Entwickler des Unternehmens seien beurlaubt worden, weil sie eine illegale Software für den Drei-Liter-TDI-Dieselmotor entwickelt oder davon gewusst haben sollen, berichteten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" am Mittwochabend. Darunter sei der bisherige Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch. Bereits die "Bild am Sonntag" hatte von seiner bevorstehenden Beurlaubung berichtet.

Das Recherchenetzwerk beruft sich ebenfalls auf Erkenntnisse der Anwaltskanzlei Jones Day, die im Auftrag von VW interne Verantwortlichkeiten und Hintergründe des Skandals aufklären soll. Die Beweislage gegen Knisch sei "erdrückend", er bestreite aber die Vorwürfe, berichteten NDR, WDR und "SZ" weiter. Gegen den Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler lägen aber bislang keine konkreten Beweise vor.

Zentrales Fundstück

Die Ermittler fanden demnach zahlreiche Unterlagen, die den Betrug belegen sollen. Ein zentrales Fundstück sei eine Mail aus dem Jahr 2007. Darin habe ein Audi-Ingenieur an einen größeren Kreis von Audi-Managern mit Blick auf die strengen Abgaswerte in den USA geschrieben: "Ganz ohne Bescheißen" werde man es nicht schaffen.

Im Zuge der Ermittlungen bei VW stieß Jones Day den Recherchen zufolge auf immer mehr Hinweise, wie stark Audi in den Betrug verwickelt war. So sollen die Audi-Ingenieure den Betrug bei VW maßgeblich begleitet und unterstützt haben. Audi gelte mittlerweile im Konzern als die "Mutter des Betrugs", berichtete das Netzwerk weiter.

Audi beruft sich auf "Schweigegebot"

Ein Audi-Sprecher erklärte demnach lediglich, das Unternehmen unterliege einem Schweigegebot des US-Richters Charles Breyer. Dieser prüft derzeit einen Milliardenvergleich von Volkswagen mit den US-Behörden zu Zwei-Liter-Autos; für manipulierte Drei-Liter-Autos muss der Autobauer dem Richter bis zum 24. Oktober Lösungen vorlegen.

Volkswagen hat bisher noch keinen Zwischenstand zu den Erkenntnissen von Jones Day veröffentlicht. Im April erklärte das Unternehmen, die Veröffentlichung wäre derzeit mit "unvertretbaren Risiken" verbunden und werde deshalb unterlassen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem gegen VW klagenden US-Justizministerium könne sonst "nachhaltig beeinträchtigt" werden.

ul/wen (afp, dpa)