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Wirtschaft

Mayer stellt Yahoo ins Schaufenster

Mit dem Internet-Dino geht es allmählich zu Ende. Könnte man meinen. Schließlich glaubt selbst die Chefin kaum noch, dass sich Yahoo aus eigener Kraft retten kann.

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Yahoo steht zum Verkauf

Marissa Mayer galt einmal als große Hoffnung für Yahoo. Schließlich war die gelernte Informatikerin bis Sommer 2012 ein Teil des Google-Wunders. Genau diesen phänomenalen Aufstieg einer Suchmaschine zum (fast all-)mächtigen Konzern sollte sie bei dem deutlich älteren Konkurrenten Yahoo bitteschön wiederholen.

Doch daraus wurde nichts.

Die aktuellen Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss veröffentlicht, belegen den fortschreitenden Niedergang: Das Internet-Urgestein verzeichnet einen Verlust von 4,43 Milliarden Dollar. Auslöser war eine gewaltige Firmenwert-Abschreibung von 4,46 Milliarden Dollar auf das Geschäft in Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und bei der Blogplattform Tumblr. Yahoo hatte rund eine Milliarde Dollar für Tumblr bezahlt, um jüngere Nutzer anzulocken. Allerdings traf die Abschreibung - eine Wertberichtigung der überhöhten Preise aus Übernahmen - vor allem das Nordamerika-Geschäft mit 3,7 Milliarden Dollar.

Zu wenig Erträge mit der Online-Werbung

Wenngleich diese Wertberichtigung ein Einmal-Effekt war, bekommt der Internetkonzern trotz aller Versuche von Marissa Mayer sein Kerngeschäft mit der Online-Werbung nicht in Schwung. Im vergangenen Quartal wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um gerade einmal 1,6 Prozent auf gut 1,27 Milliarden Dollar. Nun greift die Konzernchefin zu radikalen Maßnahmen und wirft rund 1600 Mitarbeiter raus.

In einem Umbau fielen rund 15 Prozent der Arbeitsplätze weg, hieß es bei der Vorlage der Quartalszahlen. Erwogen werde zudem der Verkauf von Unternehmensteilen. Außerdem sollen "strategische Alternativen" geprüft werden. Mit dieser Formulierung stellt sich Yahoo faktisch zum Verkauf.

"Wachstumsmarkt" Deutschland

Mayer kündigte eine "aggressive Strategie zur Vereinfachung" des Unternehmens an. Zu dem neuen Konzept gehört auch die Schließung mehrerer Geschäftsbereiche. Yahoo will sich fortan auf seine drei großen Plattformen konzentrieren: Suche, Mail und Tumblr. Bei den Medienangeboten setzt der Konzern auf die Themen Nachrichten, Sport, Finanzen und Lifestyle. Dabei hat Mayer vor allem sogenannte "Wachstumsmärkte" im Blick, zu denen neben den USA, Kanada, Großbritannien, Hongkong und Taiwan auch Deutschland gezählt wird.

Im Dezember hatte der Konzern entschieden, sein kriselndes Kerngeschäft in ein neues Unternehmen auszulagern. Unter dem Druck der Aktionäre verzichtete Yahoo jedoch darauf, seine lukrative Beteiligung an dem chinesischen Online-Riesen Alibaba zu verkaufen, wie es Mayer zuvor angekündigt hatte.

Trotz des Strategiewechsels steht Yahoo nach wie vor unter dem erheblichen Druck von einflussreichen Investoren. Im Januar verlangte der Hedgefonds Starboard Value, das traditionelle Kerngeschäft von Yahoo zu verkaufen. Bereits im Dezember hatte der Investmentfonds SpringOwl gefordert, fast alle Arbeitsplätze bei Yahoo zu streichen und Konzernchefin Mayer zu feuern.

rb/as (afp, ap, dpa, rtr)

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