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Aktuell Afrika

Massenflucht nach Putschversuch in Burundi

Wegen der Unruhen in Burundi sind laut UNHCR mehr als 100.000 Menschen in die Nachbarländer geflohen. Im Land selbst wurden nach Regierungsangaben mittlerweile mehrere Putschisten festgenommen.

Es handele sich um ranghohe Beteiligte an dem Putschversuch, sagte ein Sprecher von Präsident Pierre Nkurunziza, auch ein Polizeigeneral und zwei Generäle der Armee seien darunter. Der Anführer des gescheiterten Staatsstreichs, Generalmajor Godefroid Niyombare, wurde entgegen erster Mitteilungen doch nicht gefasst. Präsident Nkurunziza, der sich zum Zeitpunkt des Putschversuchs am Mittwoch in Tansania aufhielt, ist inzwischen wieder in Burundis Hauptstadt Bujumbura zurückgekehrt. In einer Rede an die Nation dankte er den Sicherheitskräften für die Niederschlagung des Putschversuchs.

General Niyombare sitzt vor einem Mikrofon (Foto: rtr)

General Niyombare (re) erklärte den Putsch für gescheitert

Putschisten räumen Niederlage ein

Die Aufständischen selbst hatten am Morgen eingeräumt, dass der Staatstreich gescheitert sei. "Wir haben entschieden, uns zu ergeben. Ich hoffe, sie bringen uns nicht um", sagte Putschistenführer Niyombare nach Angaben des französischen Auslandssenders Radio France Internationale. Am Mittwoch hatte Niyombare Staatschef Nkurunziza für abgesetzt erklärt. Anschließend kam es zu heftigen Gefechten zwischen Unterstützern des Putsches und regierungstreuen Soldaten.

Ausgelöst wurde die innenpolitische Krise durch die Ankündigung des Präsidenten, sich um eine dritte Amtszeit zu bemühen. Die ist laut Verfassung nicht vorgesehen. Das Verfassungsgericht hatte eine dritte Kandidatur dennoch mit der Begründung zugelassen, der Präsident sei für seine erste Amtszeit vom Parlament ernannt und nicht vom Volk gewählt worden. Dagegen hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Demonstrationen gegeben.

Die Opposition kündigte die Fortsetzung der Proteste an. Zugleich erklärte sie, mit dem Putschversuch nichts zu tun zu haben. Mindestens 25 Menschen waren seit Ende April bei gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet worden.

Mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht

Die Staatskrise in Burundi hat zu einer Massenflucht aus dem ostafrikanischen Land geführt. Mehr als 105.000 Einwohner seien in den vergangenen Wochen in die Nachstaaten geflohen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mit. 70.000 Burundier hätten Zuflucht in Tansania gesucht, mehr als 26.000 seien nach Ruanda geflohen. 9000 Menschen seien in der Provinz Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo untergekommen.

In dem kleinen tansanischen Ort Kagunga, wo sich derzeit 50.000 Flüchtlinge aus Burundi aufhielten, seien die Lebensbedingungen äußerst prekär, sagte UNHCR-Sprecherin Karin de Gruijl. Dort herrsche ein Mangel an Trinkwasser, sanitären Anlagen und Unterkünften. Zudem gebe es keine ausreichende Gesundheitsversorgung. Das Hilfswerk forderte die Regierungen der Nachbarländer auf, keine Menschen aus Burundi zurückzuweisen.

cw/qu (rtr, epd, dpa)