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Aktuell Asien

Massenflucht im Norden Pakistans

Vor gut einer Woche hat die pakistanische Armee mit ihrer Offensive gegen radikale Islamisten begonnen, doch betroffen sind vor allem Zivilisten. Mehr als 400.000 Menschen sind auf der Flucht.

Bis zum Montagabend gab die Armee den Menschen in Nord-Waziristan noch Zeit, um ihre Heimat zu verlassen. "Dann greift die Ausgangssperre und die Bodenoffensive wird vorbereitet", erklärte ein Militärsprecher. Vor einer Woche hatte die Armee damit begonnen, Verstecke von Extremisten aus der Luft zu bombardieren. Die nächsten Tage will sie damit verbringen, die bergige Gegend auf dem Boden zu durchkämmen. Seit Beginn der Offensive sind rund 430.000 Menschen in benachbarte Regionen und auch nach Afghanistan geflohen. Beobachter sprechen von Geisterstädten. Nur wer sich die Wucherpreise für die Fahrt in sichere Gebiete nicht leisten konnte, sei zurückgeblieben.

Armee holt zum Gegenschlag aus

Die Armeeoffensive ist als Antwort auf einen Angriff von Extremisten am Pfingstsonntag zu verstehen. Damals hatten islamistische Kämpfer den internationalen Flughafen der größten pakistanischen Stadt Karachi attackiert. Erst nach stundenlangen Gefechten konnten Sicherheitskräfte die Lage unter Kontrolle bringen.

Nord-Waziristan gilt als Brutstätte der radikal-islamischen Taliban und anderer Verbündeter der Terrororganisation Al-Kaida. Aus der Grenzregion zu Afghanistan heraus werden Ziele in beiden Ländern angegriffen. Die USA fordern Pakistan deshalb seit Jahren auf, die Terroristen in Nord-Waziristan zu bekämpfen. Bislang setzte die Regierung von Ministerpräsident Nawaz Sharif aber vor allem auf Friedensgespräche. Diese Strategie erklärte sie nach den Angriffen auf den Flughafen von Karachi für beendet. Bislang sind bei der neuen Offensive nach Armeeangaben 25 Terroristen und zwei Soldaten getötet worden.

djo/se (dpa, Reuters)