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Aktuell Welt

Massenflucht der Kurden vor Dschihadisten

Die Schlacht zwischen der IS-Terrorarmee und den Kurden im Norden Syriens fordert immer mehr Opfer. Nach der Grenzöffnung muss die Türkei mit zehntausenden kurdischen Flüchtlingen zurecht kommen.

Vor dem jüngsten Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien sind nach Angaben der Regierung in Ankara in den vergangenen Tagen rund 45.000 Kurden in die Türkei geflohen. Die Flüchtlinge seien über acht Grenzübergänge in die Türkei gekommen, sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus. Der Ansturm war gewaltig: Innerhalb einer Nacht kamen mehrere zehntausend Flüchtlinge an der türkischen Grenze an.

Rückzugsgefechte der kurdischen Kämpfer

Grund für die Massenflucht ist der anhaltende Vormarsch der IS-Terrormiliz. Die Terrorgruppe hatte in einer kurdischen Enklave in Nordsyrien in den vergangenen Tagen mehr als 60 Dörfer an der Grenze zur Türkei erobert. Die kurdischen Peschmerga seien den radikalsunnitischen Milizionären unterlegen und führten Rückzugsgefechte, berichtete Rami Abdel Rahman, der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Repräsentanten der Kurden bestreiten diese Angaben, bestätigten aber, dass viele Dörfer nun Kampfzonen seien. Jüngst hatten die Kurden im Norden Syriens die anderen kurdischen Organisationen dringend um Unterstützung gebeten.

Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei bei Suruc 20.09.2014

Ein Glas Wasser gegen den Durst - gerade für die Kinder unter den Flüchtlingen ist das lebensnotwendig

In der Türkei halten sich nach unterschiedlichen Regierungsangaben inzwischen mindestens 1,2 Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien auf. Am Freitag hatte die Türkei ihre Grenze für kurdische Flüchtlinge aus der Region geöffnet. Lange Schlangen von Frauen und Kindern reihten sich an den Drahtverhauen auf. Die türkischen Sicherheitskräfte gingen zwischenzeitlich mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, die eine sofortige Öffnung der Grenzen forderten.

Steinmeier dankt der Türkei

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu reagierte schließlich und erklärte: "Wir nehmen unsere Brüder auf, die aus Syrien fliehen". Die türkische Regierung sprach allerdings von einer Ausnahme. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier dankte der Türkei "für die Bereitschaft, die großen Lasten im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen aus Irak und Syrien zu schultern."

haz/sti (dpa, rtre, afp, APE)