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Afrika

Massenflucht der Hungernden aus Somalia

Infolge der Hungerkatastrophe in Somalia erwarten die UN nochmals einen dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen. Trotz massiver Hilfe in der Dürreregion sind immer noch 3,5 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht.

Menschen mit Habseligkeiten (Foto:dapd)

Hunger zwingt die Menschen zur Flucht

In den Dürregebieten am Horn von Afrika sind trotz der Hilfsbemühungen der internationalen Gemeinschaft immer noch etwa 3,5 Millionen Menschen ohne Nahrungsmittel. Nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) vom Dienstag (09.08.2011) in Nairobi werden derzeit schon etwa acht Millionen Menschen in der von Dürre und Hungersnot betroffenen Region von außen mit Nahrungsmitteln versorgt. Verstärkt wurde vor allem die Hilfe mit angereicherter Spezialnahrung für akut gefährdete Kinder.

"Schlicht untragbar"

Zeltlager (Foto:dapd)

Hunger-Lager in Mogadischu

Die Probleme am Horn von Afrika sind laut UN aber so gewaltig, dass die Hilfsbemühungen der internationalen Gemeinschaft damit nicht Schritt halten können. Die Folge sei eine zunehmende Massenflucht von hungernden Somaliern zur Grenze und in die Hauptstadt Mogadischu. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) warnte, die Lage könnte in den kommenden Wochen "schlicht untragbar" werden. Es gebe dafür deutliche Hinweise. Die FAO will einen weiteren Aktionsplan für die von Dürre und Hunger betroffenen Menschen am Horn von Afrika aufstellen. Bei einem Treffen am 18. August in Rom sollen sich Agrarminister der 191 FAO-Mitgliedstaaten auf dringende Maßnahmen angesichts der sich noch verschärfenden Krise in Ostafrika einigen.

Flugzeug wird entladen (Foto: dapd)

Hilfsgüter per Flugzeug

Das Welternährungsprogramm hat nach eigenen Angaben schon etwa 250 Millionen Dollar (175 Millionen Euro) an Spenden und Regierungsgeldern erhalten. Es fehlten der Organisation aber noch 250 Millionen Dollar für die Fortsetzung der Hilfslieferungen. Allein die deutsche Bundesregierung habe das WFP-Programm bisher mit zwei Millionen Euro unterstützt.

Der tägliche Einsatz der Helfer ist beeindruckend, bleibt aber nur eine Nothilfe: So wurden am Dienstag mit neun Flugzeugen aus Mombasa (Kenia) weitere 800 Tonnen sogenannter Energiekekse in die Krisenregion geflogen. Damit können 1,6 Millionen Menschen einen Tag ernährt werden.

Gefechte in Mogadischu

Unterdessen dauerten die Gefechte in der somalischen Hauptstadt Mogadischu auch am Dienstag an. Nach Angaben des somalischen Internetportals "Shabelle" beschossen sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz und Regierungssoldaten, die von der Eingreiftruppe der Afrikanischen Union unterstützt wurden, mit schwerer Artillerie. Mindestens ein Mensch wurde getötet, etliche wurden verletzt.

Der somalische Übergangspräsident Scharif Scheich Ahmed hatte die Islamisten am Wochenende für besiegt erklärt. Allerdings würden die geräumten Gebiete der Hauptstadt nur mit Vorsicht eingenommen, da sie vermint sein könnten. Den Kämpfern der radikalen Al-Shabaab-Miliz bot die Übergangsregierung Amnestie an. Sie müssten aber ihre Waffen niederlegen und sich in die Gesellschaft eingliedern.

Autor: Herbert Peckmann (dapd, dpa epd, kna, afp)
Redaktion: Martin Schrader

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