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Kultur

Marssonde ist auf dem Weg

Nach zwei verschobenen Starts hat die Nasa nun ihre Marssonde ins All geschossen. Die Sonde soll bemannte Missionen vorbereiten, die nach dem Willen von Präsident Bush 2020 beginnen sollen.

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So soll die Sonde ab März den Mars umkreisen

Nasa verschiebt Start der Mars-Sonde

Wird jetzt starten: Die Marssonde

Probleme, Pannen, Stürme: Die neue Mars-Mission der US-Weltraumbehörde Nasa schien unter keinem guten Stern zu stehen. Nach zwei verschobenen Starts ist es der Nasa am Freitag um 13.43 Uhr jedoch gelungen, ihre neue Marssonde auf den Weg zu schicken. Am Donnerstag hatte nach mehrmaliger Verschiebung wegen eines Sandsturms der Countdown schon begonnen, als die Betankung der Trägerrakete abgebrochen werden musste, weil ein Software-Problem aufgetreten war.

Mars

Der Mars

Eigentlich hätte die Mission schon am Mittwoch beginnen sollen, doch vor dem Start bereitete ein Steuerungselement Probleme. Die Navigationskontrolle der Trägerrakete Atlas-V müsse nochmals überprüft werden, teilte die Nasa am Dienstagabend (Ortszeit) mit. An einer ähnlichen Rakete des Herstellers Lockheed Martin sei zuvor ein Fehler an dem Steuerungselement festgestellt worden. Der "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) wird vom Kennedy-Raumfahrtzentrum in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida starten. Aufgabe der Sonde ist die Suche nach geeigneten Landeplätzen für Roboter und Menschen. Nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush sollen neu zu bauende Raumfähren spätestens im Jahr 2020 vom Mond aus zum Mars aufbrechen.

Außenposten Mars?

Mars

Die wüste Oberfläche des Mars, aufgenommen im Januar 2004von dem Mars-Roboter "Spirit" der Nasa.

Vom MRO erhoffen sich die Wissenschaftler auch Erkenntnisse darüber, ob sich der Planet für einen menschlichen Außenposten eignet. Die Sonde soll in den kommenden Jahren um den Mars kreisen, seine Oberfläche untersuchen und klären, ob es auf dem Nachbarplaneten der Erde lang genug Wasser für die Entstehung von Leben gab. Die zwei Tonnen schwere und sechseinhalb Meter große Sonde soll im März 2006 die Mars-Umlaufbahn erreichen. Bevor sie im November 2006 mit der Lieferung von Daten beginnen kann, muss sie zunächst nach und nach ihre Umlaufbahn anpassen, indem sie immer wieder auf eine präzise berechnete Weise in die obere Schicht der Mars-Atmosphäre eintaucht.

Mars Rover, Mission durch die NASA beginnt vom Cape Canaveral

Ein fahrbarer Mars-Roboter in einer computergenerierten Nasa-Darstellung

Die Marssonde ist mit der größten hoch auflösenden Kamera ausgerüstet, die jemals von der Nasa zu einem anderen Planeten geschickt wurde. Die Sonde soll Bilder von noch nicht da gewesener Detailschärfe des Roten Planeten liefern und zudem Radaraufnahmen machen. "Wir haben ein großes Raumschiff, voll gepackt mit modernsten Instrumenten, um den Mars in größerer Detailgenauigkeit zu erkunden, als jeder andere Orbiter zuvor", sagte Doug McCuistion, Programmdirektor des Mars-Erkundungsprogramms. Der MRO könne zehnmal mehr Daten pro Minute zur Erde senden als seine Vorläufer. Die Nasa glaubt, dass die Sonde einzigartige Informationen über Bodenbeschaffenheit und Klima übermitteln wird. Die Mission kostet Nasa-Angaben zufolge 720 Millionen Dollar (584 Millionen Euro).

Jubiläum der ersten Mars-Mission

Zugefrorene Seen auf dem Mars gefunden

Große, plattenförmige Strukturen in der Elysium-Ebene auf dem Mars werden von Forschern der European Space Agency (ESA) als Packeis-Schollen interpretiert.

Ohne das Software-Problem hätte der MRO am Donnerstag auf den Tag genau dreißig Jahre nach dem Start der Marssonde Viking-1 abheben können. Die Viking-1 landete als erste US-amerikanische Sonde 1976 auf dem Mars und lieferte die ersten Farbbilder und Analysen von Bodenproben. Der Sowjetunion war mit der Mars-3 bereits fünf Jahre zuvor eine Landung gelungen. Insgesamt gab es seit den 1960er Jahren rund 40 Mars-Missionen. Derzeit umkreisen bereits zwei Orbiter der Nasa und einer der europäischen Raumfahrtagentur ESA den Mars. Zudem landeten Anfang 2004 die fahrbaren Nasa-Roboter Opportunity und "Spirit" auf gegnüberliegenden Seiten des Planeten. Nachdem "Oppotunity" zunächst fünf Wochen lang in einer Sanddüne stecken geblieben war, konnte der Roboter anders als "Spirit" Belege liefern, dass es auf dem Mars einen flachen Salzsee oder Ozean gab.

Die nächsten Missionen bereitet die Nasa schon vor. Die Raumsonde Phoenix soll 2007 starten und weit im Norden an einer Stelle landen, an welche der Boden dicht unter der Oberfläche zu 80 Prozent aus Wassereis bestehen soll. Derzeit wird ein weiteres Mars-Fahrzeug mit dem Namen "Mars-Wissenschaftslabor" entwickelt, das 2009 zum roten Planeten geschickt werden soll. (stu)

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