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Abgebrochenes Festival

Marek Lieberberg fordert Demos von Muslimen - und ruft gespaltene Reaktionen hervor

Nach dem Abbruch des "Rock am Ring"-Festivals am Freitagabend ließ Veranstalter Lieberberg ordentlich Dampf ab. Er habe die richtigen Worte gefunden, meinen die Einen. Er spiele den Rechten in die Hände, die Anderen.

Bei der Pressekonferenz am Freitagabend, nachdem das "Rock am Ring"-Festival aufgrund einer möglichen Terrorgefahr abgebrochen worden war, kritisierte Veranstalter Marek Lieberberg (Artikelbild) Polizei, Behörden und Muslime - ohne jeglichen Anhaltspunkt, dass es sich um islamistischen Terror handeln könnte.

Es seien 1200 Polizisten vor Ort. Wenn das nicht ausreiche, um ein Gelände für sicher zu erklären, dann frage er sich, warum Fußball-Länderspiele bei derartigen Verdachtsmomenten stattfinden könnten. Lieberberg spielte damit auf die Begegnung zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco im April an, die nur einen Tag nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB stattgefunden hatte. "Warum sind wir die Prügelknaben für die Situation?", fragte er in die Runde der anwesenden Journalisten. 

Diskussionsstoff für die User 

Das habe nichts damit zu tun, dass er nicht eindeutig und immer gegen den Terrorismus votiere. Doch: "Ich bin der Meinung, es muss jetzt Schluss sein mit 'This is not my Islam and this is not my shit and this is not my whatever'. Jetzt ist die Situation, wo jeder Einzelne sich dagegen artikulieren muss. Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten. Ich habe bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben, 'Was macht ihr da eigentlich?'"

Längst hat Lieberbergs "Ausraster", wie in vielen Medien zu lesen ist, eine Debatte in den Sozialen Netzwerken losgetreten. Spricht er nur das aus, was Viele ohnehin schon denken, wie es etwa die rechte Partei Alternative für Deutschland (AfD) auf Twitter behauptet? Oder hat er mit seiner Aussage vielleicht völlig unrecht und spielt damit nur Populisten in die Hände?

In zahlreichen Tweets wird der Rock am Ring-Veranstalter für seine Aussage kritisiert - in ernstem wie ironischem Ton. 

Zum Thema wurde in den Sozialen Netzwerken auch Marek Lieberbergs jüdische Herkunft. Einige User warfen seinen Kritikern Antisemitismus vor. 

Seitens der auftretenden Künstler kamen bisher wenige Reaktionen zum Festival-Abbruch. Rammstein schrieb auf seiner Facebook-Seite, dass sie es bedauern, nicht auftreten zu können und es ihnen Leid tue. Die deutsche Punkband "Die Toten Hosen" reagierten am Freitagabend mit einem wütenden Tweet: 

Der ehemalige Oasis-Frontman Liam Gallagher ließ die Fans über eine Instagram-Story wissen: "Bleibt in Sicherheit, meine deutschen Brüder und Schwestern. Entschuldigt bitte, dass wir heute nicht spielen konnten. Sicherheit geht vor. Wir sehen uns."

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