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Festival

Musikfestival "Rock am Ring" wegen Terrorgefahr unterbrochen

Die Polizei spricht von einer "terroristischen Gefährdungslage". Die rheinland-pfälzische Landesregierung bestätigte die Terrorwarnung. Das Gelände wurde komplett geräumt. Ob das Festival fortgesetzt wird, ist unklar.

Deutschland Rock am Ring wegen terroristischer Bedrohung unterbrochen (Imago/Manngold)

Das fast leere Festivalgelände nach der Terrorwarnung

Das Musikfestival "Rock am Ring" ist wegen einer Terrorwarnung am Freitagabend unterbrochen worden. Die Polizei habe die Anweisung zu einer Unterbrechung der Großveranstaltung am Nürburgring erteilt, gab der Veranstalter bekannt. Die zuständige Polizei in Koblenz teilte mit: "Hintergrund sind konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist."

Der Veranstalter berichtete, die umliegenden Straßen seien alle abgesperrt worden. Er hoffe, dass das Festival am Samstag fortgesetzt werden könne. Die Besucher waren gegen 21.00 Uhr per Lautsprecherdurchsagen über die Unterbrechung des Musikfests informiert worden und verließen das Gelände ruhig und geordnet. Nach etwa einer halben Stunde war es vor den Bühnen leer. 

Die rheinland-pfälzische Landesregierung bestätigte die Terrorwarnung. Es gebe Hinweise auf eine mögliche terroristische Bedrohungslage, sagte Ministeriumssprecher Joachim Winkler. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz laufen die Untersuchungen der Polizei auf Hochtouren.

Entscheidung über Fortsetzung fällt heute

"Es gibt ein paar Punkte, auf die sich konzentriert wird", sagte Lewentz der Deutschen Presse-Agentur. Das Festivalgelände werde genau untersucht. Der Innenminister nannte mit Verweis auf die Ermittlungen keine Details. Er habe Bundesinnenminister Thomas de Maizière informiert. Für diesen Samstag sei eine Lageeinschätzung geplant, sagte Lewentz. Er will um 11.00 Uhr am Nürburgring über die Ereignisse informieren. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob das bis Sonntag geplante Festival fortgesetzt wird.

Musikfestival Rock am Ring (picture alliance/dpa/T. Frey)

Die Hauptbühne vor der Terrorwarnung: Zehntausende Besucher rockten zu Musik unter freiem Himmel

Die Unterbrechung des Festivals am Freitag war nach Einschätzung des Ministers notwendig. "Wir mussten diese Entscheidung treffen, es blieb keine andere Wahl." Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Der Minister betonte: "Sicherheit geht vor." Bundesinnenminister de Maizière stellte sich hinter die Entscheidung von Lewentz. "Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen", sagte der Bundesinnenminister.

Strenge Einlasskontrollen und Bodychecks bei "Rock am Ring"

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung verhörte die Polizei zwei Mitarbeiter eines Subunternehmers. Es habe die Befürchtung bestanden, dass die beiden Männer etwas auf dem Gelände hinterlegt haben. Die Polizei wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. 

Das wohl bekannteste Rockfestival Deutschlands war - begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen - am Nürburgring eröffnet worden. Als Höhepunkt am Eröffnungsabend sollte die Band Rammstein auftreten. Insgesamt wollten insgesamt rund 85 Bands auf vier Bühnen den legendären Nürburgring rocken, darunter die "Toten Hosen" als Headliner am Samstag und "System Of A Down" am Sonntag.

Musikfestival Rock am Ring (picture-alliance/dpa/T. Frey)

"Kein Platz für Terror" - so hatten es sich die Fans gewünscht. Zumindest die Gefahr drohte wohl konkret.

Bis zu 90.000 Musikfans wurden in der Eifel erwartet. Die Veranstalter hatten mit Blick auf den Terroranschlag auf das Konzert der Popsängerin Ariana Grande in Manchester "gründliche Einlasskontrollen und Bodychecks" angekündigt. Taschen und Rucksäcke auf dem eigentlichen Festivalgelände wurden untersagt. An den drei Tagen sollten mehr als 1200 Polizeibeamte am Nürburgring präsent sein - auch in Zivil.

Beim Zwillingsfestival "Rock im Park" im fränkischen Nürnberg liefen die Konzerte dagegen wie vorgesehen. Es gebe keine konkrete Gefährdungslage, sagte ein Sprecher des Veranstalters.

cw/qu (afp, dpa)

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