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Globale Zusammenarbeit

Management von unten bei Kakaowirtschaft

Kooperativen spielen bei der Entwicklung einer nachhaltigen Kakaowirtschaft in Afrika eine wichtige Rolle, so Annemarie Matthess von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Interview.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet in Westafrika mit einer einem größeren Parter zusammen. Der nennt sich "Cocoa Livelihoods Program", was übersetzt "Verbesserung der Lebensbedingungen von Kakaobauern" heißt. Das Projekt vereint 40 Kooperativen und weitere Partner. Die Kooperativen verfügen bereits über eine lange Erfahrung im Kakaosektor, wollen aber ihre internen Organisationsabläufe und ihr Auftreten nach außen noch verbessern.

DW: Wie sieht die Arbeit der GIZ vor Ort aus?

Geerntete Kakaofrucht (Foto: Lefèvre - Fotolia.com)

Geerntete Kakaofrucht

Annemarie Matthess: Die GIZ unterstützt Partnerorganisationen dabei unternehmerische Schulungen durchzuführen, die großenteils für die Mitglieder der Kooperativen sind. Wir haben festgestellt, dass dies ein fehlendes Element in vielen Stärkungsstrategien für Kooperativen ist. Man stärkt das Management der Kooperativen, aber die Mitglieder brauchen ja auch unternehmerische Fähigkeiten, um die Kooperative voll und ganz mitzutragen. Das brauchen sie auch, um die Anforderungen einer Good Governance, also einer guten Regierungsführung, innerhalb der Kooperative zu verstehen und wie relevant das wiederum für ihr Geschäft und ihr Einkommen ist.  Das greifen wir in unseren Ausbildungsgängen auf.

Sie arbeiten mit sehr vielen Kooperativen. Wie organisieren Sie das?

Annemarie Matthess von der GIZ (Foto: Helle Jeppesen/DW)

Annemarie Matthess von der GIZ

Wir arbeiten mit 20 lokalen Organisationen zusammen, die Schulungen durchführen. Die haben sich bereit erklärt, dieses Projekt mitzuentwickeln und die Größenordnung von 170.000 Bauern zu tragen. Wir haben solche Partner in Ghana, der Elfenbeinküste, in Kamerun und in Nigeria. Wir arbeiten nicht nach dem Schneeballprinzip, weil es eine komplexe Aufgabe ist, unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln. Es ist nicht einfach eine Nachahmungsgeschichte, sondern es fußt auf dem individuellen Verständnis von einem selbst, dem Managementverhalten, den Entscheidungen und den Möglichkeiten, die man als Kleinunternehmer in der Landwirtschaft hat. Und die können durchaus unterschiedlich sein. Insofern brauchen wir eine professionelle Schulung und die haben wir mit den 20 Partnern aufgebaut.

Und was ist das längerfristige Ziel?

In West- und Zentralafrika gibt es etwa zwei Millionen Kakaobauern und bis Ende 2013 wollen wir insgesamt 270.000 Leute erreichen.

Annemarie Matthess arbeitet in Ghana für die GIZ und koordiniert seit 2009 ein regionales Projekt zur Förderung der nachhaltigen Kakaowirtschaft in West- und Zentralafrika. Das internationale Projekt Cocoa Livelihoods Program wird auch von der Bill und Melinda Gates Stiftung unterstützt.

Das Interview führte Helle Jeppesen

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