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Polen

Makabre Aktion am KZ Auschwitz

Das Konzentrationslager steht für den Holocaust - den Massenmord an den Juden Europas. Umso größer ist das Entsetzen, dass ausgerechnet vor der Gedenkstätte ein Happening stattfand. Dabei floss auch Blut.

Polen Auschwitz Eingang Konzentrationslager (picture-alliance/AP Photo/C. Sokolowski)

Das Tor des Lagers mit der menschenverachtenden Inschrift (Archivbild)

Am Eingang zum früheren Nazi-Konzentrationslager Auschwitz haben sich mehrere Menschen entblößt und aneinandergekettet. Zuvor hatten sie ein Schaf geschlachtet. Wie das Museum des ehemaligen Vernichtungslagers mitteilte, wurden alle Teilnehmer der Aktion festgenommen. Unter ihnen ist auch ein Deutscher.

Laut einem örtlichen Fernsehsender filmten die elf Frauen und Männer ihr Vorgehen mit Hilfe einer Drohne. Am Tor des ehemaligen KZ enthüllte die Gruppe ein weißes Banner mit dem Wort "Love" (Liebe). In nicht bestätigten Berichten heißt es, die Aktivisten im Alter zwischen 20 und 27 Jahren hätten gegen den bewaffneten Konflikt in der Ukraine protestieren wollen.

"Zynisch und gedankenlos"

Vertreter der Gedenkstätte und der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert. "Solch einen Vorfall hat es in Auschwitz noch nicht gegeben", erklärte Piotr Cywinski, der Direktor des Museums. Christoph Heubner, der Vizepräsident des Komitees, das die Überlebenden des Holocaust vertritt, reagierte empört: "Jede Protestaktion gerade unter diesem Tor ist zynisch und gedankenlos."

Der polnische Oberrabbiner Michael Schudrich sagte der Nachrichtenagentur AFP, jede Vereinnahmung der Gedenkstätte für "politische Statements" sei abzulehnen. Nazi-Deutschland habe in Auschwitz "versucht, das jüdische Volk auszulöschen". Jegliche Aktion verletze das Andenken der Opfer.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war zwischen 1942 und 1945 im damals besetzten Polen das größte NS-Vernichtungslager. Mehr als eine Million Menschen wurde dort während des Zweiten Weltkriegs ermordet, die meisten waren Juden.

jj/se (dpa, afp)