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Holocaust

Gedenken in Zeiten des Rechtspopulismus

Am Holocaust-Gedenktag haben Überlebende auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau der Nazi-Opfer gedacht. Hausverbot für Gedenkfeierlichkeiten gab es für einen AfD-Politiker

"Das Leid, das euch widerfahren ist, ist für uns unvorstellbar", sagte Polens Regierungschefin Beata Szydlo bei einer Gedenkfeier zum 72. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau. Die Geschehnisse dürften nie vergessen werden, sagte sie. Erinnerung sei die Pflicht nachfolgender Generationen.

Zahlreiche Auschwitz-Überlebende nahmen an der Veranstaltung bei Krakau teil. "Ich sehe es als Pflicht, den jungen Menschen zu sagen, zu was Terror und Hass führen kann", sagte der ehemalige polnische KZ-Häftling Bogdan Bartnikowski. Mehr als eine Million Menschen waren unter nationalsozialistischer Herrschaft in Auschwitz-Birkenau vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen worden - oder an Krankheiten und Hunger gestorben.

Polen Regierungschefin Beata Szydlo Gedenken an Holocaust-Opfer in Auschwitz (Picture-alliance/AA/O. Marques)

Regierungschefin Beata Szydlo gedenkt in Auschwitz der Nazi-Opfer

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee rund 7500 überlebende Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit. Mit dem Holocaust-Gedenktag wird am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Warnung vor Rechtspopulismus

Auch an vielen anderen Orten wie zum Beispiel im ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt in Tschechien und im Senat in Prag fanden Gedenkfeierlichkeiten statt. Der Papst in Rom twitterte:

Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) wies darauf hin, die derzeitigen rechtspopulistischen Entwicklungen in Europa würden die Überlebenden sehr beunruhigen. Sie wollten nicht nur Gegenstand von Gedenkfeiern sein. "Sie hofften und hoffen, dass die Menschen verstehen, dass es um ihre Zukunft geht, wenn sie sich der Schrecken und Fehler der Vergangenheit erinnern", betonte IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner.

Hausverbot für Höcke

Unterdessen sorgte Bernd Höcke, Chef der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, für Schlagzeilen. Wegen seiner umstrittenen Äußerungen zum Holocaust-Mahnmal in Berlin und zur deutschen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit wurde er von einer Gedenkstunde im Thüringer Landtag ausgeschlossen. Auch die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erteilte Höcke Hausverbot und verwehrte ihm die Teilnahme an einer Kranzniederlegung in dem ehemaligen Konzentrationslager.

chr/uh (dpa, afp)

 

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