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Wirtschaft

Macron-Sieg: Dax zeitweise auf neuem Rekord

Der europafreundliche Wahlausgang in Frankreich hat den Dax am Montag zunächst in Rekordhöhen geschickt. Unterstützung kam zudem von starken Industrie-Daten aus Deutschland.

Zum Börsenstart sprang der deutsche Leitindex auf 12.762 Punkte hoch, gab dann aber seine Gewinne wieder ab und zeigte sich mit plus 0,02 Prozent bei 12.719,22 Zählern fast unverändert.

Der MDax erreichte bei zeitweise deutlich über 25.200 Punkten ebenfalls eine neue Bestmarke und legte dann nur noch um 0,06 Prozent auf 25177,93 Zähler zu. Der TecDax verlor 0,01 Prozent auf 2129,13 Punkte. Für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50 ging es nach einem freundlichen Start zuletzt um 0,23 Prozent abwärts.

Rekorde bereits in den Vorwochen

"Der Favorit der Börsianer hat sich durchgesetzt", sagte Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners zum Sieg des europafreundlichen Macrons über die rechtspopulistische Marine Le Pen, die ihr Land hatte aus der EU führen wollen. "Frankreich hat am Ende pro-Europa gewählt."

Allerdings war der Dax in der Vorwoche schon von Rekord zu Rekord geeilt und hatte den Sieg Macrons schon zu einem großen Teil vorweggenommen. Daher seien Gewinnmitnahmen angesagt. "Nach diesem Höhenflug ist der Dax jedoch überkauft und reif für eine Korrektur", sagte Analyst Christian Henke von IG Markets.

Französischer Leitindex bewegt sich kaum

Auch in Paris waren die weiteren Gewinne nicht von Dauer. Der französische Leitindex CAC 40 schwankte im frühen Handel um seinen Schlusskurs vom Freitag und legte zuletzt um 0,05 Prozent auf 5434,91 Punkte zu. Zwischenzeitlich hatte er das höchste Niveau seit Januar 2008 erreicht. In den beiden letzten Wochen war er allerdings bereits um mehr als sieben Prozent in die Höhe geschnellt, nachdem Macron bereits die erste Runde der Präsidentenwahlen für sich entschieden hatte.

Schweizer Franken sackt ab

Der Schweitzer Franken sackte nach dem Wahlsieg von Emmanuel Macron in der Nacht auf Montag zum Euro auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten ab. Ein Euro kostete zwischenzeitlich 1,0889 Franken und damit so viel wie seit Anfang Dezember nicht mehr. Auch zu anderen Währungen legte der Euro zu. Nach Einschätzung der Credit-Suisse-Experten könnte sich dieser Trend fortsetzen - wenn auch nur in geringem Ausmaß: "Auf kurze Sicht erwarten wir eine nur geringfügige Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar und dem Franken", erklärten sie.

Der Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten und war daher vor den Wahlen in Frankreich gefragt. Doch zuletzt hatten Umfragen bereits auf einen Wahlsieg Macrons hingedeutet und der Franken hatte sich abgeschwächt. "Sichere Häfen dürften weiter unter einem gewissen Verkaufsdruck stehen", erklärten die Experten von Vontobel. Das käme auch der Schweizerischen Nationalbank gelegen: Sie versucht, den Franken mit Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen zu schwächen - denn ein starker Franken ist Gift für die exportorientierte Wirtschaft des Landes.

ul/hb (dpa, rtr)