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Aktuell Nahost

Machtkampf im Jemen weitet sich aus

Im Jemen spitzt sich der Machtkampf zu. Die schiitischen Huthi-Rebellen rücken näher an die Hafenstadt Aden. Dort hält sich Präsident Hadi auf. Am Abend berät der UN-Sicherheitsrat über die Lage in dem Land.

Der Jemen versinkt immer tiefer im Chaos. In der Nacht zum Sonntag rückten die aufständischen Huthi-Rebellen in Tais ein. Die drittgrößte Stadt des Landes liegt knapp 280 Kilometer zwischen der Hauptstadt Sanaa und rund 180 Kilometer von der südlichen Hafenstadt Aden. Kämpfer der Huthi-Miliz und ihre Verbündeten brachten den Flughafen, eine Militärbasis sowie mehrere Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle. Unterstützt wird die Miliz von Militärs, die dem vor drei Jahren entmachteten Präsidenten Ali Abdallah Saleh weiterhin treu seien, sagten Vertreter der Sicherheitskräfte.

Die Huthi-Kämpfer rücken immer weiter auf Aden vor. In der zweitgrößten Stadt Jemens hatte Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi Ende Februar Zuflucht gefunden, nachdem Huthi-Rebellen zuvor den Norden des Jemen und im vergangenen September die Hauptstadt Sanaa gewaltsam unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Sie zwangen den amtierenden Präsidenten Hadi zum Rücktritt. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt. Ende Februar gelang Hadi die Flucht aus Sanaa. In Aden widerrief der international anerkannte Präsident seinen Rücktritt und erklärte die Hafenstadt zur neuen Hauptstadt.

Machtkampf und Fragmentierung

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Die Lage in dem von Stammesstrukturen geprägten Land ist unübersichtlich. Die Allianzen sind teilweise fließend.

Die Huthi-Miliz stützt sich auf die schiitischen Muslime, die etwa ein Fünftel der Jemeniten ausmachen. Der Iran gilt als Verbündeter der Huthi. Der Rivale Saudi-Arabiens versucht, über Sanaa weiteren Einfluss auf die arabische Halbinsel zu bekommen. In einer Fernsehansprache erklärte Präsident Hadi, die Jemeniten - "ganz gleich ob Sunniten oder Schiiten" - würden dies "nicht hinnehmen".

Neben den Huthi sind auch andere Extremisten im Jemen aktiv. Bislang galt das Land als Hochburg eines Ablegers der Terrororganisation Al-Kaida. Im Süden des Landes eroberten zuletzt Extremisten der sunnitischen Terrororganisation die Stadt Al Huta. Nun drängt offenbar auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf die jemenitische Bühne: Zu den Selbstmordanschlägen auf zwei Moscheen am Freitag in Sanaa mit mindestens 140 Toten bekannte sich eine angeblich mit dem IS verbundene Extremistengruppe. In den USA wurden allerdings Zweifel geäußert, ob die Attentäter von Sanaa wirklich Verbindungen zur IS-Terrorarmee haben.

UN-Sicherheitsrat hat beraten

Angesichts der verheerenden Lage in dem arabischen Land ist der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Sonntag in zu einer Sondersitzung in New York zusammenkommen. Er forderte alle Seiten auf, die Feindseligkeiten zu beenden. Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hatte um das Treffen gebeten. Er appellierte an den Rat, mit allen verfügbaren Mitteln einzugreifen, um den Putsch und die Aggression in seinem Land zu stoppen.

USA ziehen Militärs ab

Unterdessen haben die USA ihre letzten Militärangehörigen aus dem Jemen abgezogen. Sie begründeten dies mit der unsicheren Lage. Ihre Botschaft haben die USA ebenso wie andere europäische Staaten vor längerer Zeit geschlossen. Der Jemen gehörte in der Region bislang zu den engsten Verbündeten der USA. Die jemenitische Regierung hatte zuletzt eingeräumt, dass die US-Armee vom Luftwaffenstützpunkt Al-Anad im Süden des Landes aus Informationen über Ziele für Drohnenangriffe gegen Al-Kaida sammelte.

sp/hf (rtr, dpa,afp)

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