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Lebensart

Münster ist wieder zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt worden

Gut möglich, dass Fahrradfreundlichkeit und Lebensqualität im Allgemeinen eng zusammenhängen. Der Fahrradklimatest des Deutschen Fahrrad-Club verrät, wo Radfahrer glücklich werden - und wo nicht.

Münster darf sich weiter als fahrradfreundlichste deutsche Großstadt fühlen. Obwohl sich die Zufriedenheit dort insgesamt verschlechtert hat. Schuld daran seien die "unterdimensionierte Infrastruktur" und "steigende Unfallzahlen", so der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Sein jährlicher Fahrradklimatest stützt sich auf Umfragen unter Radfahrern, diesmal stimmten mehr als 120.000 Personen ab.

Radfahrer in Münster (picture-alliance/dpa/Gentsch)

Münster ist seit 2014 die Nr.1 bei den Fahrradfahrern

Unter den 539 teilnehmenden Städte haben sich bei den Großstädten Bochum, Wuppertal und Augsburg am meisten verbessert. Insgesamt profitieren Städte, die den Radverkehr zur Chefsache gemacht haben, so der ADFC. Das zweitplatzierte Karlsruhe zum Beispiel setze auf eine gute Mischung aus systematischer Radverkehrsförderung mit messbaren Zielen, einem flächendeckenden Radwegenetz und Kommunikation (Kampagne "Tu's aus Liebe" für besseres Verkehrsklima). Berlin schafft es nur auf den viertletzten Platz, unterboten von Köln, Mönchengladbach und Wiesbaden.

Viel Ausbaupotential

Das sogenannte Fahrradklima - also die wahrgenommene Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte und Gemeinden - verschlechterte sich seit der Umfrage von 2014 leicht. Genervt sind Radfahrer vor allem von Baustellen oder Falschparkern auf Radwegen, ungeeigneten Ampelschaltungen und zu schmalen Radwegen. Mehr als 60 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Auch der massenhafte Fahrraddiebstahl wird in fast allen Städten als schwerwiegendes Problem wahrgenommen.

Fahrraddiebstahl Bolzenschneider (picture-alliance/dpa/F. Gentsch)

Kein noch so gutes Schloss kann den Fahrraddiebstahl sicher verhindern

Einige Städte konnten sich durch einfache Maßnahmen wie einer Öffnung von Einbahnstraßen oder einem Winterdienst auf Radwegen leicht verbessern. Am wichtigsten sind Bürgern das Sicherheitsgefühl beim Radfahren, die Breite und Qualität der Radwege sowie die zügige Erreichbarkeit von Zielen. Gerade bei diesen wichtigen Aspekten ist der Gesamttrend negativ.

Der ADFC forderte wesentlich höhere Investitionen in den Radverkehr. "Deutsche Städte brauchen deutlich mehr Platz und Geld für den Radverkehr", erklärte Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. Nötig seien Pro-Kopf-Investitionen von 30 Euro pro Jahr. "In Deutschland liegen wir fast überall deutlich unter fünf Euro und malen schmale Streifen auf die Straße."

jhi/ (afp/dpa)

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