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Wirtschaft

Lufthansa kauft Swiss

Die Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss durch die Lufthansa steht. Am Dienstagabend unterzeichneten die beiden Konzernchefs den so genannten Integrationsvertrag.

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Durch den Zusammenschluss entsteht ein Luftfahrtkonzern mit knapp 98.000 Mitarbeitern und einer Flotte von 457 Maschinen. Die Schweizer Nationalairline, die 2002 aus der bankrotten Swissair hervorgegangen war, bleibt jedoch auch nach der Übernahme mit eigener Marke, Flotte und Crew weitgehend eigenständig. Die Lufthansa sicherte zu, dass die Swiss weiter internationale Flüge anbietet. Das Drehkreuz Zürich soll gleichberechtigt neben München und Frankfurt weiterentwickelt werden. Lufthansa und Swiss erwarten durch die Übernahme "erhebliche Synergien auf der Ertrags- und Kostenseite". Diese würden sich schrittweise erhöhen und ab dem Jahre 2007 jährlich rund 160 Millionen Euro betragen. Der Kaufpreis für den vollständigen Erwerb der Swiss liegt bei maximal 310 Millionen Euro.

Mehr Zielorte

"Mit Lufthansa und Swiss schließen sich zwei weltweit anerkannte Airlines mit ausgeprägtem Qualitäts- und Serviceverständnis zusammen", sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Den Kunden biete der Zusammenschluss ab dem Winterflugplan mehr Zielorte und bessere Verbindungen. Swiss-Chef Christoph Franz sagte: "Die Swiss kann als Mitglied des Lufthansa-Konzerns ihre Aufgabe dauerhaft noch besser erfüllen, die Schweiz mit der Welt zu verbinden."

Auszahlung der Aktionäre

Die Kleinaktionäre der Swiss, die rund 15 Prozent der Anteile halten, sollen rund 45 Millionen Euro erhalten. Die Großaktionäre sollen dagegen entsprechend einer Options-Regelung im Jahr 2008 ausgezahlt werden. Entscheidend für die Höhe ist die Entwicklung der Lufthansa-Aktie im Vergleich zu Konkurrenzwerten. Die Auszahlung kann dann bis zu 265 Millionen Euro betragen. Für knapp 83 Prozent des Swiss-Aktienkapitals liegt nach Angaben der Lufthansa bereits eine Zustimmung vor.

Auf Grund des Kartell- und Luftverkehrsrechts sollen die Aktien der Swiss von einer neu gegründeten Schweizer Gesellschaft mit dem Namen AirTrust gehalten werden, an der Lufthansa zunächst elf Prozent erwirbt. Nach kartellrechtlicher Freigabe steigt der Anteil auf 49 Prozent, nach Abschluss der notwendigen Luftverkehrsabkommen dann auf 100 Prozent. Mit diesem Weg soll sichergestellt werden, dass die Swiss ihre weltweiten Landerechte durch die Übernahme nicht verliert.

Zweiter Versuch

Damit gelingt es der Lufthansa im zweiten Anlauf, die Swiss zu übernehmen. Vor zwei Jahren hatte die Swiss ein Übernahme-Angebot noch abgelehnt und wollte sich stattdessen dem Bündnis um British Airways anschließen. Die Verhandlungen mit den Briten scheiterten schließlich aber an Differenzen über die Zusammenlegung der
Vielflieger-Programme. Die Übernahme der Swiss ist die zweite große Fusion in der europäische Luftfahrt-Branche, nachdem vergangenes Jahr bereits Air France und KLM fusioniert hatten. (ch)

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