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Amerika

Luftangriff auf FARC-Guerilla

Bei einem Luftangriff auf ein Lager der FARC-Guerilla im Südosten Kolumbiens sind am Montag (15.11.) 14 Rebellen getötet worden. Der Einsatz von Polizei, Luftwaffe und Bodentruppen erfolgte im Grenzgebiet zu Ecuador.

Angehörige der FARC-Guerilla (Foto: AP)

Die FARC-Guerilla finanziert sich größtenteils aus Drogengeld.

Der Regierung sei ein "entscheidender Schlag" gegen eine Rebelleneinheit gelungen, die die Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, FARC, mit Geldern aus dem Drogenhandel finanziell entscheidend unterstützt habe, so der kolumbianische Verteidigungsminister Rodrigo Rivera nach der Offensive. Zwei Rebellen wurden bei dem Einsatz festgenommen.

Das Rebellen-Lager habe sich in der Nähe der Stadt Ipiales im Departement Nariño im Süden des Landes, in der Nähe der Grenze zu Ecuador, befunden. Die dort agierende FARC-Kampfgruppe 48 sei besonders aktiv im Drogenschmuggel, sagte Verteidigungsminister Rodrigo Rivera. "Dies ist ein weiterer Erfolg der gemeinsamen Arbeit des Militärs und der Polizei im Kampf gegen den Terrorismus", betonte der Minister.

Der kolumbianische Verteidigungsminister Rodrigo Rivera (Foto: AP)

Der kolumbianische Verteidigungsminister Rodrigo Rivera (r.)

Kein militärischer Erfolg gegen Guerilla

Der Angriff ist der jüngste in einer Reihe von Militäroffensiven gegen die FARC seit dem Amtsantritt von Präsident Juan Manuel Santos im August dieses Jahres. Damit setzt Santos die Politik der harten Hand gegenüber der Guerilla fort, die seinem Amtsvorgänger Alvaro Uribe große Popularität unter den Kolumbianern eingebracht hatte.

Doch die Militarisierung des Konfliktes und einzelne Erfolge im Kampf gegen die FARC haben die Guerrilla in den vergangenen acht Jahren kaum nennenswert schwächen können. Das zeigte sich auch am Montag erneut: Im Südwesten Kolumbiens wurden vier Polizisten in einem Hinterhalt von FARC-Rebellen getötet und zwei weitere schwer verletzt. Seit Beginn des Jahres wurden in Kolumbien bereits 178 Polizisten getötet.

Die 1964 gegründete Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ist die bedeutendste Rebellenorganisation Kolumbiens. Ihr gehören nach Angaben der Regierung in Bogotá rund 8000 Kämpfer an, regierungsunabhängige Organisationen schätzen die Zahl der FARC-Kämpfer auf 10.000.

Jüngstes Opfer war zwölf Jahre alt

Am Dienstag (16.11.) ist ein zwölfjähriger ecuadorianischer Junge an den Folgen der Verletzungen gestorben, die er bei dem Bombenangriff auf das FARC-Lager am Vortag erlitten hatte. Angaben ecuadorianischer Behörden zufolge war der Junge von der FARC entführt worden und lebte in dem Guerilla-Camp. "Diese Leute haben Sabotageanschläge auf die Transandine Ölpipeline verübt und Drogenschmuggel betrieben", so ein hochrangiger Militär nach dem Luftangriff auf das Camp.

Bei dem Überfall auf das FARC-Labor im Grenzgebiet zu Ecuador wurden zahlreiche Waffen sowie Munition und Dokumente sichergestellt, letztere werden von kolumbianischen Behörden jetzt ausgewertet, hieß es aus offiziellen Kriesen. Auf der Flucht vor dem Bombenangriff sollen zahlreiche Zivilisten über die Grenze nach Ecuador geflüchtet sein, berichtete die kolumbianische Zeitung El Tiempo.


Spannungen zwischen Ecuador und Kolumbien

Der ehemalige FARC-Anführer Raúl Reyes, der 2008 bei einem Luftangriff getötet wurde (Foto: AP)

Raúl Reyes kam bei einem Luftangriff auf ein FARC-Lager in Ecuador im März 2008 ums Leben

Im März 2008 hatte die kolumbianische Luftwaffe ein FARC-Lager knapp zwei Kilometer hinter der Grenze auf ecuadorianischem Staatsgebiet bombardiert und dabei die Nummer zwei der Guerilla, Raúl Reyes, getötet. Als Reaktion auf die Grenzüberschreitung hatten die Regierungen von Ecuador und Venezuela damals ihre Truppen an der Grenze zu Kolumbien verstärkt. Tagelang wurde über Krieg in Südamerika spekuliert. Intensive diplomatische Bemühungen von Seiten Brasiliens, Argentiniens und auch Mexikos konnten die Situation entschärfen. Doch die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Ecuador sind bis heute nicht wieder voll hergestellt.

Am Donnerstag (18.11.) werden sich die Außenminister beider Länder in Quito treffen. Der Kolumbianer Ricardo Patiño und seine ecuadorianische Amtskollegin María Ángela Holguín wollen über wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Entwicklung der gemeinsamen Grenzregion sprechen, bevor die vollständige Wiederaufnahme der Beziehungen vorbereitet werden kann, hieß es dazu aus Quito. Es ist das erste hochrangige bilaterale Treffen nach dem Amtsantritt des neuen kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos.

Autorin: Mirjam Gehrke (rtr, dpa, AFP)
Redaktion: Christine Harjes

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