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Kultur

"Los Angeles Times" erneut mit Pulitzerpreisen ausgezeichnet

Bei der Vergabe des wichtigsten amerikanischen Journalistenpreises sind die "Los Angeles Times" und das "Wall Street Journal" gleich zwei Mal erfolgreich gewesen.

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Pulitzerpreis für CIA-Buch: Steve Coll

Mit zwei weiteren Pulitzerpreisen hat die "Los Angeles Times" ihren Ruf als eine der besten Zeitungen Amerikas

gefestigt. Sie erhielt am Montag (4.4.2005) vom Preiskomitee der New Yorker Columbia-Universität die diesjährigen Pulitzer-Ehrungen für internationale Berichterstattung sowie für die Aufdeckung von

Missständen in den USA. Im vergangenen Jahr hatte die kalifornische Tageszeitung sogar fünf der mit jeweils 10.000 Dollar (7.700 Euro) dotierten Pulitzerpreise gewonnen.

Zwei der begehrten US-Medienauszeichnungen gewann diesmal auch das "Wall Street Journal". Die Wirtschaftszeitung wurde für eine bewegende Darstellung des Schicksals von Krebskranken sowie für Filmkritiken ausgezeichnet.

Nur ein Preis für "New York Times"

Die einst mit Pulitzerpreisen überhäufte "New York Times" bekam, wie schon im Vorjahr, nur einen der hoch angesehenen Medienpreise ab. Das Flaggschiff des liberalen US-Ostküstenjournalismus wurde für Beiträge über Vertuschungsversuche im Zusammenhang mit tödlichen Unfällen an Bahnübergängen ausgezeichnet. Völlig leer ging die ansonsten ebenfalls häufig geehrte "Washington Post" aus.

Auch US-Zeitungen, die international so gut wie unbekannt sind, wurden wieder mit den nach ihrem Stifter, dem Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911), benannten Auszeichnungen geehrt. So ging der Preis für den besten Leitartikel an das kalifornische Blatt "The Sacramento Bee". Die vor allem auf Long Island bei New York verbreitete Tageszeitung "Newsday" wurde für Berichterstattung über das ostafrikanische Land Ruanda zehn Jahre nach dem dortigen Völkermord an den Tutsi ausgezeichnet.

Auszeichnung für Regional-Blatt

Für den besten Kommentar wurde die in Cleveland (Ohio) erscheinende Regionalzeitung "The Plain Dealer" mit der Begründung ausgezeichnet, sie habe den Unterprivilegierten der US-Gesellschaft eine Stimme verliehen. Mit Artikeln über die Stammzellenforschung verdiente sich die Zeitung "The Boston Globe" den Pulitzerpreis für den besten

erklärenden Journalismus. Die "Chicago Tribune" gewann die Ehrung im Genre Reportage für eine Story über den Tornado, der 2004 Teile des US-Bundesstaat Illinois verwüstete.

Die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press erhielt für Bilder vom Irak-Krieg den Pulitzerpreis für Nachrichtenfotografie. Bildreporter der Agentur hätten "bewegende Serien von Fotos der blutigen Szenen der einjährigen Kämpfe in irakischen Städten" übermittelt, hieß es zur Begründung. Unter den ausgezeichneten AP-Fotografen ist auch die Deutsche Anja Niedringhaus. Sie war eine der wenigen Journalisten, die bei der Schlacht um Falludscha im Herbst 2004 vor Ort waren. Es war der 48. Pulitzer-Preis für AP, der 29. in der Kategorie Fotografie.

Literatur-Pulitzerpreis

Die amerikanische Schriftstellerin Marilynne Robinson ist für ihren Roman "Gilead" mit dem Pulitzerpreis 2005

geehrt worden. Den Sachbuchpreis erhielt Steve Coll für seine entlarvende Darstellung der Hintergründe von CIA-Einschätzungen über Afghanistan und den Terroristenführer

Osama bin Laden. Der Pulitzerpreis für Theaterstücke ging an den Autor John Patrick Shanley für "Doubt, a parable".

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Autor Mark Stevens für seine Biografie des Malers Willem de Kooning. Der Poesie-Pulitzerpreis ging an den Dichter Ted Kooser für seinen Gedichtband "Delights & Shadows", den Musikpreis bekam Steven Stucky für seine Komposition "Second Concerto for Orchestra". (fs)

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