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Kultur

Kalifornischer Triumph bei den Pulitzer-Preisen

Die "Los Angeles Times" ist große Siegerin der diesjährigen Pulitzer-Preisverleihung: In fünf Kategorien wurde das Blatt ausgezeichnet. Den Literatur-Preis erhielt Edward P. Jones.

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Sieger, strahlend: Edward P. Jones

Die "Los Angeles Times" hat ihren Ruf als eine der besten Zeitungen Amerikas mit fünf Pulitzerpreisen weiter gefestigt. In der Redaktion brach Jubel aus, als das Preiskomitee der New Yorker Columbia-Universität am Montag (5.4.04) seine Entscheidungen bekannt gab. Bei der 88. jährlichen Verleihung erhielt sonst nur noch das "Wall Street Journal" mit zwei Auszeichnungen mehr als einen Preis. Die erfolgsverwöhnte "New York Times", im letzten Jahr von einem Skandal um gefälschte Storys erschüttert, musste sich mit dem "Preis für Dienst an der Öffentlichkeit" begnügen, der, statt wie die übrigen Preise mit 10.000 Dollar (etwa 8300 Euro), mit einer Gold-Medaille dotiert ist.

Die Geschichte vom schwarzen Sklavenhalter

Den Pulitzerpreis für Romane erhielt der Afroamerikaner Edward P. Jones für sein Buch "The Known World" über einen schwarzen Sklavenhalter im US-Bundesstaat Virginia des Jahres 1855. Das Auswahlkomitee bezeichnete Jones' Buch "The Known World" als "herausragende Darstellung realen amerikanischen Lebens". Der Autor verbindet in dem Buch fiktive Schicksale mit historisch verbürgten Fakten über die bislang wenig beleuchtete Ausbeutung von schwarzen Sklaven durch schwarze Besitzer, die einst selbst Sklaven waren.

Mehr als fünf Pulitzerpreise in einem Jahr hat bislang nur die "New York Times" erhalten, die 2002 einen Rekord mit sieben Auszeichnungen aufstellte. Journalisten der "Los Angeles Times" wurden unter anderem in der Kategorie "Breaking News" für Berichte über die Waldbrände an der US-Westküste geehrt. Für Bilder vom Bürgerkrieg in Liberia erhielt Carolyn Cole den Preis für Reportagefotografie. Auch die Pulitzerpreise für Leitartikel und Kulturkritiken gingen an die "Los Angeles Times", die zudem für Berichte über den Aufstieg des Wal-Mart-Konzerns zu einem der weltgrößten Unternehmen ausgezeichnet wurde.

"Schmerz und Gewalt anschaulich"

Den Pulitzerpreis für Nachrichtenfotografie erhielten David Leeson und Cheryl Diaz Meyer von der Zeitung "The Dallas Morning News" für ihre "ausdrucksstarken" Bilder vom Irak-Krieg, die "gleichermaßen Gewalt und Schmerz anschaulich machten". Für investigativen Journalismus wurde ein Reporterteam der Zeitung "The Blade of Toledo" (Ohio) gewürdigt, das in einer Serie über Grausamkeiten der US-Eliteeinheit "Tiger Force" im Vietnamkrieg berichtete.

Die "Washington Post" ehrte das Pulitzer-Komitee für anrührende Berichte über die Reaktionen der Menschen im Irak auf die amerikanische Invasion und den Sturz des Saddam-Regimes. Zwei Preise erhielt das "Wall Street Journal" - für Berichte über krankhafte Arterienerweiterungen sowie über die Bevorzugung von Kindern reicher Spender an US-Universitäten. (sams)

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