1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

London steckt Milliarden in Atom-U-Bootflotte

Das britische Unterhaus hat mit großer Mehrheit die Erneuerung der Atom-U-Boot-Flotte beschlossen. Premierministerin May wies auf zunehmende Bedrohungen etwa durch Russland und Nordkorea hin.

Nach stundenlanger Debatte stimmten 472 Abgeordnete des Unterhauses in London für das 31 Milliarden Pfund (37 Milliarden Euro) teure Programm. 117 Abgeordnete votierten dagegen. Die britische U-Boot-Flotte zur nuklearen Abschreckung besteht derzeit aus vier Schiffen der Vanguard-Klasse, die mit dem Raketensystem Trident ausgestattet sind. Die U-Boote sollen nun nach und nach durch Nachfolgermodelle ersetzt werden.

May: Auch Jobs sichern

Die neue Premierministerin Theresa May hatte in der Debatte um Zustimmung für das Milliardenprojekt geworben. Es gehe nicht nur darum, Großbritannien vor zunehmenden Bedrohungen etwa durch Russland und Nordkorea zu schützen sondern auch um die Sicherung tausender Arbeitsplätze vor allem in Schottland, sagte die Politikerin der konservativen Tories.

Die britische Premierminsterin Theresa May (Foto: Reuters)

Die britische Premierminsterin Theresa May

May hat das Amt der Regierungschefin erst vergangene Woche von ihrem Parteifreund David Cameron übernommen, der nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU seinen Rücktritt erklärt hatte. Beobachter vertraten die Auffassung, dass das Unterhaus mit seiner Entscheidung für das Rüstungsprojekt auch den Weltmachtanspruch Großbritanniens gerade mit Blick auf den Brexit untermauern wollte.

Labour gespalten

Die Abstimmung offenbarte erneut den Riss, der durch die oppositionelle Labour-Partei geht. Während sich Labour-Chef Jeremy Corbyn gegen eine Erneuerung der U-Boot-Flotte aussprach, stimmte die Mehrheit seiner Fraktion für das Rüstungsprogramm. Geschlossen dagegen stimmten die Abgeordneten der Schottischen Nationalpartei.

wl/qu (dpa, ape, rtre)