Leverkusen trennt sich von Roger Schmidt | Fußball | DW | 05.03.2017
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Bundesliga

Leverkusen trennt sich von Roger Schmidt

Einen Tag nach der deutlichen 2:6-Niederlage in Dortmund stellt Bayer 04 Leverkusen seinen Trainer frei. Nach Medieninformationen soll erst mal ein Interimscoach den Verein übernehmen - möglicherweise Horst Hrubesch?

Bayer Leverkusen hat sich einen Tag nach dem 2:6 in Dortmundvon Trainer Roger Schmidt getrennt. Das gab der Fußball-Bundesligist am Sonntag bekannt. Es war die dritte Pflichtspiel-Niederlage in Folge mit insgesamt zwölf Gegentoren. Leverkusen absolvierte bisher die schwächste Saison seit 14 Jahren. In der laufenden Saison war Bayer 04 in der Liga deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, in der Champions League hatte der Klub hingegen das Achtelfinale erreicht, verlor allerdings das Hinspiel zu Hause gegen Atletico Madrid (2:4).

In Absprache mit dem Gesellschafter-Ausschuss unter dem Vorsitz von Ex-Bayer-Konzern-Chef Werner Wenning wurde die Trennung von Schmidt beschlossen. Die Suche nach einem Nachfolger wird allerdings nicht einfach, denn der Markt gibt im Augenblick kaum Adäquates her. Der Verein will seinen Interimscoach offiziell am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt geben. Offenbar scheidet eine interne Lösung aber aus. Die Kölner Boulevardzeitung "Express" berichtete, der Gesellschafterausschuss von Bayer habe Horst Hrubesch als Interimscoach und damit Teilzeit-Nachfolger ins Auge gefasst. Der dementierte aber am Montag: "Mit mir hat niemand gesprochen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Außerdem bin ich doch gerade erst Sportdirektor geworden."

"Angesichts der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir nach sehr ausführlicher Analyse und Beratung zu der Auffassung gelangt, dass eine Trennung zwar schmerzhaft, aber für die weitere Entwicklung und  Zielerreichung von Bayer 04 unumgänglich ist", erklärte Geschäftsführer Michael Schade. "Mir persönlich tut dieser Schritt sehr leid, denn wir haben Roger Schmidt viel zu verdanken."

Völler: "Wollen unsere Ziele nicht vollends aus den Augen verlieren"

Sportchef Rudi Völler betonte, wie schwer ihm die Freistellung gefallen sei: "Ich halte Roger Schmidt für einen absoluten Top-Trainer und habe mich deshalb immer und überall aus voller Überzeugung für ihn eingesetzt." Aber Bayer musste "jetzt handeln, wenn wir unsere Ziele nicht vollends aus den Augen verlieren wollen", äußerte der Weltmeister von 1990. Entscheidend sei jetzt, Konstanz in die Leistungen der Mannschaft zu bringen. Völler: "Unser Team hat große Qualitäten, die es allerdings viel zu selten in dieser Saison gezeigt hat. Die Spieler stehen nach der Trennung von Roger Schmidt mehr denn je in der Pflicht und in der Verantwortung, diese Qualitäten wieder freizusetzen."

Roger Schmidt war zum Start der Saison 2014/15 von RB Salzburg nach Leverkusen gekommen. Sein Vertrag lief eigentlich noch bis 2019. Mit Bayer wurde er in seiner ersten Saison Vierter, danach Dritter. Aktuell belegt Bayer 04 Leverkusen Platz zehn und liegt fünf Punkte hinter den Europapokal-Plätzen. Die Trennung von Schmidt bedeutet den neunten Trainerwechsel der laufenden Bundesliga-Saison.

og/asz (sid, dpa, Bild, Sky)

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