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Kultur

Lesefreude am Nil

Die Buchmesse in Kairo ist die größte in der arabischen Welt. Auch Deutschland ist dieses Mal mit vielen Veranstaltungen vertreten.

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Anlässlich seines Millenniums im Jahr 1969 gründete die Stadt Kairo eine nationale Buchmesse. Das Echo war groß, auch in anderen arabischen Ländern. Deshalb wollten die Veranstalter aus der kleinen Bücher-Ausstellung eine große, internationale Buchmesse machen. Heute ist sie eine der größten der Welt. Voriges Jahr pilgerten rund fünf Millionen Besucher zum Kairoer Messegelände - da kann sogar die Frankfurter Buchmesse nicht mithalten.

Grund für den Besucherstrom sind die vielen kulturellen Aktivitäten, die im Rahmen der Messe organisiert werden. Lesungen mit renommierten Dichtern, Schriftstellern und Philosophen, Diskussionsrunden über aktuelle Themen mit bekannten Autoren und Journalisten, bis hin zu Musikkonzerten und Theatervorstellungen. Auch Deutschland ist vertreten, am 26. Januar 2003 sogar mit einem eigenen "Deutschen Tag".

Deutsche Literatur und deutsche Bretzeln

An einem eigenen Messestand finden Gespräche mit Vertretern deutscher Institutionen statt. Zu deutscher Literatur in arabischer Sprache kann der Besucher dann auch noch deutsche Bretzeln genießen.Das Goethe-Institut organisiert zum Thema "Ein Tag im September - 11.09.2001" eine Diskussionsrunde. Und auch Thomas Brussigs "Sonnenallee" wird in einer Lesung vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse, der Deutschen Welle und dem ägyptischen Informationsministerium wird auch das Thema Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen diskutiert.

Für das breite Publikum ist dies die einzige Chance im Jahr, seine Lieblingsschriftsteller hautnah zu erleben und stark reduzierte Bücher zu ergattern, auch wenn es nicht die neuesten Auflagen sind. Ganze Familien mit Kind und Kegel decken sich dort mit einem Jahresvorrat an ermäßigten Büchern und Kassetten ein. Besucher, die eine Messe erwarten, wie sie in Frankfurt üblich ist, werden sich umgewöhnen müssen.

Kulturelle Schwerpunkte

Die Messe wurde vom ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak eröffnet. Mehr als 3000 Verleger aus 97 Staaten kommen mit vier Millionen Büchern. Der Poesie-Star Adonis, der bis vor kurzem Gast des Wissenschaftskollegs in Berlin war, hat seine Teilnahme an den kulturellen Veranstaltungen zugesagt. Weitere spannende Schwerpunkte sind der Dialog der Kulturen, der Westen und der Islam, das Klonen von Menschen, die Rechte der Frauen in der Moderne und natürlich der befürchtete Krieg gegen den Irak und seine Folgen auf die Region.

Trotz aller Unterschiede hat Kairo mit der Frankfurter Buchmesse auch einiges gemeinsam. So sind am Nil wie am Main die lauten Beschwerden der Verleger kaum zu überhören. Zu hoch seien die Standgebühren, die von Jahr zu Jahr steigen, und zu teuer die Übernachtungskosten. Der Unterschied aber ist: Keiner käme im zentralistischen Ägypten auf den Gedanken, die Messe anderswohin zu verlegen.

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