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Kultur

Lenas Mission Titelverteidigung gescheitert

Deutschland hatte gehofft, Lena könnte nach ihrem viel umjubelten Sieg 2010 in Oslo auch den Eurovision Song Contest in Düsseldorf gewinnen. Doch sie wurde entthront - von einem Duo aus Aserbaidschan.

Lena (Foto: dapd)

Lena

Aserbaidschan ist der Gewinner des 56. Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf. Mit einigem Vorsprung machten Ell und Nikki mit der Popballade "Running Scared" im Grand-Prix-Finale das Rennen gegen 24 Konkurrenten. Am Ende hatte Aserbaidschan 221 Punkte auf dem Konto. Der kleine Kaukasus-Staat nahm erst zum vierten Mal am ESC teil. Bei dem Sieger-Duo handelt es sich um einen 22-jährigen Klavier-Studenten und eine 31 Jahre alte Mutter zweier Töchter. "Ich bin der glücklichste Mann der Welt", sagte Ell nach dem Sieg. Im kommenden Jahr findet der ESC nun wohl in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku statt.

Bei Buchmachern galten vor allem das irische Zwillingsduo Jedward und der Franzose Amaury Vassili als Favoriten. Diese konnten aber zu keinem Zeitpunkt im Rennen um den ersten Platz mitmischen.

Das Duo Ell und Nikki aus Aserbaidschan (Foto: dapd)

Souveräner Sieg: Das Duo Ell und Nikki aus Aserbaidschan

Auf dem zweiten Platz landete überraschend Italien, das nach 14 Jahren Pause wieder beim Eurovision Song Contest dabei war. Raphael Gualazzi holte mit dem Jazzsong "Madness of Love" 189 Punkte. Dritter wurde Schweden mit 185 Punkten (Eric Saade, "Popular").

Tolle Show

ESC 2011-Logo

Die größte TV-Show, die das deutsche Fernsehen je produziert hat, bot großes Kino: Besonderer Hingucker in der Düsseldorfer Arena war die über 1000 Quadratmeter große LED-Leinwand hinter der Bühne. Sie gestaltete das Bühnenbild mit bunten Animationen und visuellen Effekten entscheidend mit. Zudem gab es immer wieder Pyrotechnik, Feuerfontänen und Konfettiregen.

Eher schlicht gehalten war der Auftritt der deutschen Titelverteidigerin Lena mit "Taken by a stranger". Passend zu dem etwas mystischen Song war Lena rund um die Augen dunkel geschminkt und trug einen schwarzen Einteiler mit einem breiten schwarzen Gürtel. Die drei Tänzerinnen und zwei Sängerinnen im Hintergrund steckten hingegen in hautengen silbernen Ganzkörperanzügen. Von den Fans in der Arena wurde der Auftritt mit großem Jubel und vielen schwenkenden Deutschlandfahnen begleitet. Die 43 stimmberechtigten Eurovisions-Länder gaben Lena schließlich 107 Punkte - Rang zehn.

Lena beim ESC-Finale (Foto: dapd)

Kein einziges Mal die Höchstpunktzahl 12: Lena beim Düsseldorfer ESC-Finale

Sie sei mit ihrem Abschneiden "super zufrieden". Es sei ein "Riesenstein" von ihr abgefallen und sie sei sehr froh, dass nun alles vorbei sei, sagte Lena. Nun wolle sie ordentlich feiern. Und "jetzt geht es richtig los", versprach die 19-Jährige. Auch ihre Fans scheinen mit Platz zehn leben zu können. Die 12.000 Zuschauer beim Public Viewing in Lenas Heimatstadt Hannover freuten sich größtenteils über die Performance und feierten eine ausgelassene Grand-Prix-Party - ebenso wie tausende Fans auf der Hamburger Reeperbahn und am Rheinufer in Düsseldorf.

Anders als in den Jahren zuvor waren dieses Mal nur wenig folkloristisch geprägte Songs dabei. Ein Großteil der Songs waren konventionelle Popnummern. Die Show wurde in 55 Länder übertragen, schätzungsweise 120 Millionen Fernsehzuschauer saßen vor den Bildschirmen, 36.000 direkt in der Arena. Zwölf Millionen Euro soll das Spektakel gekostet haben - nach Ansicht von ESC-Fans sicherlich gut angelegtes Geld.

Autor: Christian Walz (dapd, afp, dpa)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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