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Deutschland nach dem Daueregen

Leichte Entwarnung nach viel zu viel Regen

In Teilen Deutschlands hat Tief "Alfred" mit großen Regenmengen für Überflutungen gesorgt. Jetzt scheint das Schlimmste auch in den besonders betroffenen Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt überstanden.

Deutschland Südniedersachsen - Dauerregen (picture-alliance/dpa/S. Pförtner)

Der historische Marktplatz von Goslar

Land unter hieß es am Mittwoch nach tagelangem starken Dauerregen vor allem im südlichen Niedersachsen, in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Teilen Bayerns. Der niedersächsische Landkreis Goslar rief den Katastrophenfall aus, der inzwischen wieder aufgehoben werden konnte. Braune Wassermassen strömten durch die Altstadt, Keller und Unterführungen liefen voll, insbesondere ältere Menschen wurden vorsorglich aus ihren Häusern gebracht. In der Region rund um den Harz hatte sich die Lage am Mittwoch zugespitzt, weil Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer traten. In Wernigerode in Sachsen-Anhalt wird eine Frau vermisst. Die 69-Jährige wohnt in der Nähe eines Flusses, der über die Ufer getreten ist.

Deutschland - Überflutung in Goslar - Luftaufnahme (picture alliance/dpa/S. Rampfel)

Das Wasser läuft ab, der Schlamm bleibt - vorerst, Goslars zentraler Platz aus der Luft

Inzwischen hat der Regen vielerorts aufgehört oder zumindest deutlich nachgelassen. In Sachsen-Anhalt deutete sich am Abend eine leichte Entspannung ab, wie die Behörden mitteilten. Der Oberbürgermeister von Wernigerode, Peter Gaffert, sprach von einer Verbesserung der Lage. "Wir gehen derzeit von einer spürbaren Entspannung aus."

Auch in Niedersachsen scheint das Schlimmste überstanden. "Gott sei Dank hat der Regen endlich aufgehört und gehen die Pegel seit einiger Zeit wieder zurück", sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk. "Eine solch dramatische Hochwasserlage hat die Stadt Goslar seit 70, 80 Jahren nicht erlebt."

Deutschland Südniedersachsen - Dauerregen (picture-alliance/dpa/S. Pförtner)

Noch sprudelt das Wasser aus der Kanalisation ...

Noch Bangen in Hildesheim

Kritisch ist die Lage allerdings noch in Hildesheim. "Die Pegelstände steigen wieder, das ist keine gute Nachricht für uns", sagte ein Feuerwehr-Sprecher am Morgen. Je länger das Wasser gegen die feuchten Sandsäcke drücke, desto schlechter sei das. "Wir hoffen, dass alles hält", betonte der Sprecher. Um die bedrohten Dämme zu festigen, schichteten die Helfer Hunderte Sandsäcke auf. Am Mittwoch hatten die Menschen dort noch aufgeatmet, weil der Pegel gesunken war - nun stieg das Wasser aber wieder auf 7,03 Meter. Zuvor hatte der Pegelstand in Hildesheim die Rekordmarke von 7,15 Metern erreicht. 

Talsperre im Harz läuft über

Nach starken Regenfällen läuft ein Stausee in der Nähe von Wernigerode im Harz über. Geringe Mengen schwappen seit Mittwochabend über die Staumauer, wie ein Sprecher des Talsperrenbetriebs  sagte. Er sprach von 1,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das sei so viel wie acht gefüllte Badewannen. Das Wasser fließe nun unterhalb der Staumauer in einen Bach, der könne diese zusätzliche Wassermenge aber verkraften. Die Feuerwehr bewerte die Lage als unproblematisch, da es aufgehört habe zu regnen, erklärte der Sprecher.

Tief "Alfred" zieht ab

Für die kommenden Tage gaben Meteorologen unterdessen Entwarnung: Der Dauerregen in Deutschland gehe zu Ende, das Tief ziehe nach Osten ab, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Es werde zwar bis zum Wochenende weitere Niederschläge geben, aber die Intensität werde deutlich geringer sein.

Deutschland - Überflutung in Goslar (picture-alliance/dpa/S. Pförtner)

... nach dem Regen, das große Pumpen und Reinemachen

Die Regenmengen der vergangenen Tage waren rekordverdächtig: Laut DWD fielen in einem Streifen vom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern binnen 48 Stunden verbreitet mehr als 100 Millimeter Regen - und damit teils deutlich mehr als sonst in einem gesamten Juli. Auf dem Brocken im Harz registrierte der DWD sogar 238 Millimeter Regen, in Seesen im Harz 161 Millimeter, in Helbedündorf in Thüringen 134 Millimeter und in Hessisch-Lichtenau 111 Millimeter.

qu/stu (dpa, afp)

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