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Musik

Led Zeppelin haben Intro zu "Stairway to Heaven" nicht geklaut

Grund zur Freude für Robert Plant und Jimmy Page: Ein Gericht in den USA entkräftet die Plagiatsvorwürfe, die britische Band habe sich bei dem legendären Intro am Spirit-Song "Taurus" bedient.

"Stairway to Heaven" ist einer der

berühmtesten Songs der Rockgeschichte

- auch und vielleicht gerade wegen des melancholischen Gitarrenlaufs, der das acht Minuten lange Stück einleitet. Das heutige Gerichtsurteil entkräftet Behauptungen, das Stück sei keine originäre Idee der beiden Songschreiber - von Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page - gewesen, sondern von Randy Wolfe alias Randy California, dem Sänger und Gitarristen der Band Spirit. Der habe das Stück "Taurus" bereits im Jahr 1967 komponiert.

So sahen das zumindest seine Erben und reichten vor zwei Jahren über einen Treuhänder Klage wegen angeblichen Plagiats ein. Page und Plant hatten den Diebstahl vor Gericht vehement bestritten: Die Elemente, die er gemeinsam mit Taurus habe, seien gewöhnliche Akkorde, wie sie in der westlichen Musik seit Jahrhunderten verwendet würden. Man habe den Song gar nicht gekannt, hieß es bereits im Vorfeld des Prozesses.

Großbritannien Musik Band Led Zeppelin Robert Plant und Jimmy Page (Foto: Getty Images)

So kannte man Led Zeppelin in der 1970er Jahren. Von links nach rechts: Robert Plant, Jimmy Page und John Bonham

Ob das der Wahrheit entspricht, bleibt Plants und Pages Geheimnis. Led Zeppelin und Spirit haben Ende der 1960er öfters auf den gleichen Festivals gespielt, 1968 sollen Led Zepplin sogar in Denver als Vorgruppe von Spirit aufgetreten sein. Wolfe selbst, der 1997 bei einem Badeunfall starb, hatte schon zu Lebzeiten Ähnlichkeiten erkannt, allerdings nie eine Klage angestrengt. In einem Interview kurz vor seinem Tod sagte er noch: "Wenn man beide Songs hört, kann jeder sein eigenes Urteil fällen. Sie sind gleich."

Alles nur Geldmacherei?

Im Erfolgsfall hätten Wolfes Erben einen millionenschweren Geldsegen eingefahren: Rund 500 Millionen Dollar soll "Stairway To Heaven" bisher eingebracht haben. Da ist es durchaus rentabel, auch im Nachhinein an den Tantiemen beteiligt zu werden. Wolfes Erben bestritten jede unlautere Absicht, ihnen sei es nur um die Anerkennung Wolfes als Autor eines der berühmtesten Rocksongs der Welt gegangen. Doch wie ähnlich sind die beiden Stücke wirklich?

Am ersten Prozesstag wurden beide Versionen der umstrittenen Sequenz den Geschworenen vorgespielt. Beim Instrumentalsong "Taurus" von Spirit erklingt sechs Takte lang besagtes Gitarrenriff. Nur die hellen Töne fehlen - Led Zeppelin spielt parallel zum absteigenden Basslauf eine aufsteigende Melodie.

In der Klassik und in der Popgeschichte ist es üblich, Moll-Akkorde in dieser Weise zu verwenden. Ist also der Gebrauch eines solchen Kompositionsmittels schon Diebstahl? Wenn dem so wäre, müsste jedes gespielte Bluesschema auf Urheberrechtsverletzungen überprüft werden.

Nicht der erste Prozess dieser Art

Dieser Plagiatsprozess ist nur einer in einer langen Reihe von ähnlichen Fällen. 2015 traf es

Robin Thicke und Pharrell Williams und ihren Song "Blurred Lines"

. Ein Geschworenengericht sah es als erwiesen an, dass Thicke und Williams bei "Got To Give It Up" bei Soullegende Marvin Gaye abgekupfert haben. Die Erben konnten sich nach dem Urteil über rund sieben Millionen Euro Entschädigungszahlung freuen. Led Zeppelin haben also durchaus Grund zur Freude.

as/sti (dpa/afp)

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