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Politik

Kurzbesuch von Bush in Afghanistan

Auf seiner Asienreise hat US-Präsident George W. Bush einen zuvor nicht angekündigten Stopp in Afghanistan eingelegt. Nächstes Ziel war Indien, wo es Proteste gegen den Staatsgast gibt.

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Freundliches Treffen in Kabul

In Afghanistan wurde Bush von Präsident Hamid Karsai in Kabul empfangen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch (1.3.2006) sagte der US-Präsident, er sei zuversichtlich, dass Terroristenführer Osama bin Laden "der Gerechtigkeit zugeführt" werde. Auf die Frage nach der bislang vergeblichen vierjährigen Fahndung nach Bin Laden sagte der US-Präsident, die Suche nach ihm und seinen Verbündeten dauere an. Es gehe nicht darum, ob sie gefasst würden, sondern wann.

"Die Welt ist deswegen ein besserer Ort"

Es gebe Fortschritte bei der Zerschlagung des Terrornetzwerks Al Kaida, sagte Bush. "Die Welt ist deswegen ein besserer Ort." Amerika sei froh, Anteil an der Zukunft Afghanistans zu haben und zufrieden mit den jüngsten Fortschritten. "Wir mögen Berichte von jungen Mädchen, die zum ersten Mal zur Schule gehen", sagte Bush. "Wir schätzen eine freie Presse. Wir sind begeistert, wenn wir eine unternehmerische Klasse aufwachsen sehen." Menschen in der ganzen Welt verfolgten die Ereignisse in Afghanistan.

Die erste Reise Bushs nach Afghanistan war nach US-Angaben aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden. Während des fünfstündigen Besuchs Bushs galten in Kabul strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Amerikanisch-indischer Nuklearpakt

Begleitet wurde Bush von seiner Frau Laura und Außenministerin Condoleezza Rice. Danach reiste Bush nach Indien weiter, wo Verhandlungen über einen amerikanisch-indischen Nuklearpakt auf der Tagesordnung standen.

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Proteste im indischen Hyderabad

Begleitet von Protesten traf Bush am Mittwochabend in Neu Delhi ein, wo ihn Ministerpräsident Manmohan Singh am Flughafen begrüßte. Der US-Präsident sagte, er hoffe auf eine Einigung in den Verhandlungen um einen amerikanisch-indischen Nuklearpakt. Der Pakt gilt als Eckpfeiler einer aufkeimenden strategischen Partnerschaft zwischen beiden Ländern, nachdem Washington und Neu Delhi während des Kalten Kriegs jahrzehntelang auf Distanz gegangen waren. Zuletzt bestanden noch Differenzen über eine klare Trennung zwischen zivilen und militärischen Atomprogrammen Indiens.

Proteste in Neu Delhi

In Neu Delhi gingen zehntausende Menschen auf die Straßen und riefen "Tod Bush". Die Polizei schätzte die Zahl der hauptsächlich muslimischen Demonstranten auf bis zu 100.000. Vor allem die US-Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak sind in Indien auf Ablehnung gestoßen. Nächste Station der Reise ist Pakistan, ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Kämpfe im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan

Pakistanische Soldaten haben im Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 25 militante Kämpfer getötet oder verletzt. Das teilte ein Behördensprecher am Mittwoch mit. Die pakistanische Militäraktion in dem Stammesgebiet von Nord-Waziristan erfolgte wenige Tage vor dem Besuch von Bush, der am Samstag von Indien kommend in Islamabad erwartet wird. Bei den Gesprächen steht auch der Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida auf der Tagesordnung, von dem sich Teile in unwegsamen Regionen des afghanisch-pakistanischen Grenzgebiets aufhalten sollen. (kap)

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