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Welt

Kurz vor dem Finish: Endspurt im US-Wahlkampf

In einem letzen Kraftakt reisen die Kandidaten kurz vor der Wahl noch einmal durch die USA. Besonders umworben: Die so genannten Battleground Staaten, in denen noch kein Sieger feststeht. Dort zählt jede Stimme.

Obama, McCain. Quelle: dpa

Wahlkampf bis zur letzten Minute: Die US-PräsidentschaftskandidatenObama und McCain

Der (vor)letzte Tag im US-Wahlkampf - und die beiden Präsidentschaftskandiaten setzen zum Endspurt an: John McCain spricht allein an diesem Montag (03.11.2008) in Florida, Tennessee, Pennsylvania, Indiana, New Mexico, Nevada und Arizona. Barack Obama ist in North Carolina, Florida und Virginia unterwegs. Neben den persönlichen Auftritten werden dort auch die meisten Telefonanrufe gemacht, gehen die meisten Wahlkampfhelfer von Tür zu Tür und es gibt auch die meisten Fernseh-Werbespots. Denn es sind die einzigen Staaten, in denen der Sieger noch nicht hundertprozentig feststeht.

Hat McCain schon verloren?

Karl Rove. Quelle: ap

Republikaner Karl Rove sieht schlechte Chancen für McCain

Glaubt man aber den Umfragen, dann ist ein Sieg für den Republikaner John McCain kaum noch zu schaffen. Das gibt selbst Karl Rove zu, die graue Eminenz hinter den beiden letzten Präsidentschaftswahlkämpfen der Republikaner. "Die letzte Umfrage, in der John McCain führte, war am 25. September", sagt er am Sonntag (02.11.2008) im Fernsehsender Fox. "Seitdem hat es, glaube ich, 251 Umfragen gegeben."

Doch die McCain-Wahlkämpfer geben sich nicht so leicht geschlagen. Sie verweisen auf eigene Untersuchungen in einzelnen Bundesstaaten, nach denen der Abstand zwischen McCain und Obama immer kleiner werde.

Wie entscheiden die Unentschlossenen?

In der Tat gibt es noch einige Unbekannte in den Rechnungen. Zum Beispiel: Die Unentschlossenen: Gehen sie gar nicht zur Abstimmung? Neigen sie dem McCain-Lager zu? Oder werden sie ihre Stimmen auf beide Kontrahenten verteilen? Und was bedeutet es, dass bereits Millionen von Amerikanern ihre Stimme abgegeben haben? Die meisten von ihnen sind dem demokratischen Lager zuzurechnen. Die Demokraten möchten sie also gerne als neu gewonnene Stimmen zählen. Unsinn, sagen die Republikaner, dadurch werde es am Wahltag entsprechend weniger Stimmen für die Demokraten geben.

"Noch lange nicht k.o."

Schwarzenegger mit McCain. Quelle: ap

Prominente Unterstützung: Schwarzenegger kämpft für McCain

McCain trete unter den widrigsten Umständen an, die er je erlebt habe, sagte auch Fred Thompson im Fernsehsender NBC. Der ehemalige Senator von Tennessee hatte sich selbst um die Kandidatur bei den Republikanern beworben. Aber: "John ist zum Schluss am Stärksten, das war schon immer so. Er wurde schon oft zu Unrecht abgeschrieben", sagte Thompson. "John ist noch lange nicht k.o., die Wahl muss erst noch entschieden werden."

Und so machen jetzt auch Republikaner Wahlkampf, die zuvor eher durch Abwesenheit glänzten. Zum Beispiel Vizepräsident Dick Cheney oder Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Der "Gouvernator" schreckte in Ohio vor starken Worten nicht zurück und bediente die republikanische Lesart, nach denen Obamas Pläne aus der sozialistischen Ecke stammen: "Ich habe vor vier Jahrzehnten Europa verlassen, weil der Sozialismus dort alle Aufstiegschancen zunichte gemacht hat", sagte Schwarzenegger.

Arrogante Republikaner?

Obama. Quelle: ap

Rennt zum Rednerpult: Obama nimmt den Endspurt wörtlich

Doch die Demokraten haben in den letzten Stunden des Wahlkampfs die Nase vorn. Das liege vor allem an der umfangreichen und rechtzeitigen Wahlkampforganisation, erklärte Obamas Wahlkampfchef David Plouffe im Fernsehsender Fox: "Einer der Gründe, warum wir in Staaten wie Indiana, North Carolina und sogar Florida so gut dastehen, ist, dass das McCain-Team arrogant war. Sie haben geschlafen und nicht damit gerechnet, dass wir dort eine Chance haben", sagte Plouffe. "Wir waren ihnen um zwei oder drei Monate voraus, was die Anzeigenkampagnen und die Organisation angeht."

Dennoch versucht man im Obama-Lager nicht zu siegessicher zu erscheinen. Die Wähler sollen nicht zu Hause bleiben, weil sie denken, alles sei schon gelaufen. Und John Kerry, Präsidentschaftskandidat der Demokraten 2004, warnte zur Vorsicht. Auch er hatte wenige Tage vor der Wahl in den Umfragen geführt. Doch dann veröffentlichte Osama Bin Laden, der Anführer der Terrororganisation El-Kaida, eines seiner Videos - und George Bush wurde in seinem Amt bestätigt.

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