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Aktuell Nahost

Kurden in Kobane halten IS stand

Im nordsyrischen Kobane ist die Schlacht wieder aufgeflammt. Mit aller Macht stemmen sich die Kurden gegen den Ansturm der IS-Dschihadisten. Die Türkei lehnt weiter Waffenlieferungen an die Belagerten ab.

In der kurdischen Enklave Kobane haben sich Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die heftigsten Gefechte seit Tagen mit Kurden geliefert, die die nordsyrische Stadt zu halten versuchen. Die Dschihadisten hätten ihren Beschuss wieder verstärkt, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London.

Allein am Samstag seien über 40 Granaten auf Stellungen der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) abgefeuert worden. Außerdem habe es Angriffe mit zwei Autobomben gegeben. Bei den Kämpfen sowie bei Luftangriffen der internationalen Allianz gegen den IS (Artikelbild) seien zahlreiche Dschihadisten getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle mit.

Fluchtweg für Zivilisten

Nach kurdischen Angaben ist es dem IS nicht gelungen, die Nachschubverbindung der Verteidiger in Richtung der türkischen Grenze zu kappen. Der Kurdenpolitiker Idriss Nassen erklärte, dort verlaufe die einzige Straße zur Versorgung der YPG-Kämpfer, die auch als Fluchtweg für Zivilisten diene.

Die seit über einem Monat tobende Schlacht um Kobane (arabisch: Ain al-Arab) war in den vergangenen Tagen etwas abgeflaut. Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten konnten den IS-Vormarsch stoppen und den Kurden eine Atempause verschaffen.

Türkei: Keine Waffen

Hoffnungen der kurdischen Kämpfer auf Waffenlieferungen der Türkei machte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan allerdings zunichte. Die syrisch-kurdische Partei PYD, deren Milizen die YPG sind, sei aus Sicht der Regierung ebenso eine "Terrororganisation" wie die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK), erklärte Erdogan. Daher könne niemand von der Türkei verlangen, solchen Waffenlieferungen zuzustimmen.

Kurden protestieren in Frankfurt gegen den IS (Foto: dpa)

Solidarität mit Kurden in Kobane: Demonstranten in Frankfurt am Main

Auch im Irak, wo der IS versucht, auf die Haupstadt Bagdad vorzurücken, wurden Stellungen der Extremisten aus der Luft bombardiert. Kurz nachdem das neue

Kabinett im Land komplett

war, gab es wieder mehrere Selbstmordanschläge. Allein in Bagdad wurden bei einer Attacke auf eine schiitische Moschee mindestens 15 Menschen getötet.

In mehreren deutschen Städten hatten am Wochenende erneut tausende Kurden gegen das brutale Vorgehen der IS-Terrormiliz in Syrien und im Irak demonstriert. Allein in Bielefeld gingen rund 1700 Menschen auf die Straße, in Berlin waren es etwa 1000. Aber auch in vielen anderen Städten in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gab es Kundgebungen. Die Proteste blieben nach Polizeiangaben überwiegend friedlich.

jj/cr (dpa, afp, rtr)