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Kultur

Kultur im Fokus: Mehr Kultur im TV-Programm der Deutschen Welle

Die Deutsche Welle hat ihr deutsches Fernsehprogramm umgestaltet - herausgekommen ist ein Kanal mit viel Kultur, der an diesem Montag an den Start geht. Vier Fragen an den Programmchef des deutschen TV-Angebots.

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Das ist das neue deutsche TV-Programm der Deutschen Welle

Deutsche Welle: Was hat sich am deutschen TV-Programm der DW verändert?

Rolf Rische: Das neue deutschsprachige TV-Angebot der DW zeigt mehr, sogar viel mehr Kultur als bisher. Wir gehen von einem breiten Kulturbegriff aus. Wir wollen nicht nur über Kulturschöpfungen wie Bücher, Filme oder Musik sprechen, sondern auch über gesellschaftliche Dimensionen von Kultur wie Traditionen und Werte. Daher ist das neue Programm nicht der Kulturteil einer traditionellen Zeitung im Fernsehen, sondern mehr als das: ein spannendes TV-Programm, das viel über Kultur berichtet, aber eben auch über Politik, Wirtschaft, Sport, Wissen und vieles mehr.

Sehen kann man das deutsche Programm - wie bei der DW üblich - weltweit. Zum einen natürlich via Internet im Livestream. Dazu muss man auf der Seite links oben nur den Button "Live TV" anklicken, schon ist man dabei. In Nordamerika ist der Livestream allerdings noch aus vertragsrechtlichen Gründen geblockt.

Außerdem kann man DW-Sendungen als Video-on-Demand auf der Seite der Deutschen Welle unter "TV" auch einzeln abrufen. Da findet jeder seine Lieblingssendung - von "Kino" bis "Shift". Und natürlich kann man das deutsche TV-Angebot auch mobil mit der DW App unter "TV" live verfolgen.

Rische Rolf Kommentarbild App

Rolf Rische, Programmchef des deutschen TV-Angebots

Außerdem wird das deutsche TV-Angebot weiter auf den sonst üblichen Wegen verbreitet. Via Satellit erreicht das Programm Europa, Asien und Ozeanien sowie Nord- und Südamerika. Der Direktempfang ist in der Regel nur mit einer großen Satellitenschüssel machbar. Es gibt aber über 250 Kabel- und IPTV-Anbieter sowie DTH-Plattformen, die das komplette deutschsprachige TV-Programm übernehmen. So bietet zum Beispiel die TV-Plattform "Multichoice" Zuschauern in Südafrika und neun weiteren Ländern des südlichen Afrikas das deutschsprachige Programm an. In den USA ist der deutsche Kanal bei den größten Kabelnetzanbietern wie "Comcast", "Time Warner Cable" und "Verizon" verfügbar. Und in Kanada kann man das deutschsprachige Programm im Kabel unter anderem beim Anbieter "Rogers" empfangen. 

Für wen hat das neue Programm etwas zu bieten?

Kurz gesagt: allen Zuschauern, die sich für Deutschland und Europa interessieren bzw. für deutsche und europäische Sichtweisen. Und natürlich all jenen, die Freude an Kultur haben. Und wer hätte das nicht?

Wenn man sich das Programmschema anschaut, haben wir künftig wirklich eine Menge Kultur - zunächst einmal die neue, wirklich "sortenreine" Kulturschiene: Zum Wochenstart läuft dort das DW-Musikmagazin "PopXport", an fünf Tagen dann neuerdings das Magazin "Kulturzeit", das wir von den Kollegen von ZDF, ORF, SRF und ARD übernehmen. Und am Sonntag zeigen wir unser beliebtes und erfolgreiches Magazin "Kultur.21".

Eine weitere schöne Neuerung kann man mit dem Titel "Literatur pur" überschreiben: Durch die Magazine "Druckfrisch", "Lesenswert" und "Bücherjournal" wird es erstmals möglich, einen wöchentlichen Sendeplatz ausschließlich mit Literatursendungen zu bestücken. Ich kenne kein anderes Programm, das ein solches Angebot hat.

Neu ist auch das fast eine Stunde dauernde Nachrichtenmagazin "Der Tag". Dort gibt es künftig jeden Tag einen Gast und eine längere Kulturstrecke mit einem zusätzlichen Kulturredakteur im Studio. Und das sind nur drei von vielen Neuerungen, die das Programm spannender machen und ihm eben ein klares Kulturprofil geben.

Heißt das, dass es nur knochentrockene Beiträge über Hochkultur zu sehen gibt?

Nein, auf keinen Fall. Die Unterscheidung zwischen "E" und "U", also ernster und unterhaltender Kultur mag in Deutschland noch eine größere Rolle spielen als anderswo. Aber wir als Programmmacher haben damit nicht viel im Sinn. Für uns gibt es vor allem gute und vielleicht weniger gute Kultur. Und wir wollen unsere Zuschauer vor allem begeistern - für gute Filme, gute Musik, gute Bücher. Gleichgültig, ob diese eher der sogenannten "Hochkultur" oder der "Popkultur" zugerechnet werden. Wer wollte zum Beispiel die unerreichte und bis heute stilbildende Elektroband "Kraftwerk" als unwichtige "Unterhaltungskultur" abtun und andererseits die eher misslungene, einmillionste "Tosca"-Aufführung auf einer eher nicht so wichtigen Bühne automatisch als "Hochkultur" bezeichnen? Das können nur Leute sein, die in Elfenbeintürmen wohnen und dort unter sich bleiben wollen. Wir aber sind vor allem auf der Suche nach Qualität - jenseits von solchen, wie ich finde, ziemlich überflüssigen Kategorien.

Unser vielfach ausgezeichneter Film "Currentzis – der Klassikrebell" zum Beispiel erzählt von der Arbeit eines Dirigenten mit seinem Orchester an der Neueinspielung von Mozarts "Don Giovanni". Das ist gewissermaßen Hochkultur - vor allem aber ein höchst unterhaltsamer Film. So oder so: Der Film hat Qualität und seine Protagonisten, nämlich Teodor Currentzis und das Orchester "MusicAeterna" eben auch.

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Der neue deutsche TV-Kanal der DW

Es wird bei uns weiterhin solche Musikdokumentationen geben, daneben aber auch Satire und Comedy, etwa bei "Ladies Night" oder "Nuhr". Und natürlich gibt es auch weiterhin unterhaltsame Magazinsendungen, denen die Zuschauer seit vielen Jahren die Treue halten. Etwa unser tägliches Magazin "Euromaxx - Leben und Kultur in Europa", das Reisemagazin "Check-in" oder das Musikmagazin "PopXport".

Warum wird überhaupt so viel Wert auf Kultur gelegt?

Vor allem, weil sich unsere Zuschauer sehr für Kultur interessieren - das wissen wir unter anderem von der DW-Markt- und Medienforschung. Außerdem passt diese Thematik perfekt zu unserem Auftrag. Laut DW-Gesetz soll die Deutsche Welle "Deutschland als europäisch gewachsene Kulturnation und freiheitlich verfassten demokratischen Rechtsstaat verständlich machen". Wir sollen "das Verständnis und den Austausch der Kulturen und Völker fördern". Genau das wollen wir auch mit unserem neuen deutschsprachigen Programm erreichen. Und es gibt nun mal kaum einen besseren Zugang zu Werten und Identität einer Gesellschaft als die Kultur. Der Dialog der Kulturen dient naturgemäß dem gegenseitigen Verständnis. In den aktuell weltweit unruhigen Zeiten ist man fast versucht, einen alten deutschen Werbeslogan neu zu interpretieren: "Kultur - nie war sie so wertvoll wie heute".

Rolf Rische ist Hauptabteilungsleiter Kultur und Gesellschaft der Deutschen Welle und Programmchef des deutschen TV-Angebots.

Parallel zum neuen deutschsprachigen TV-Programm geht auch der neue Kultur-Account bei Facebook an den Start. Hier gibt es dann noch mehr Kultur aus dem DW-Angebot.

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