Kostspieliges Fest zu Mugabes 93. Geburtstag | Aktuell Afrika | DW | 25.02.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Simbabwes Präsident denkt nicht an Rücktritt

Kostspieliges Fest zu Mugabes 93. Geburtstag

Trotz Wirtschaftskrise und Armut hat Simbabwes autoritärer Dauerpräsident Mugabe seinen 93. Geburtstag aufwendig gefeiert. Der Greis philosophierte dabei vor Tausenden Anhängern über Leben und Tod.

Simbabwes Präsident Mugabe (M.) bei den Feierlichkeiten zu seinem 93. Geburtstag mit seiner Frau Grace (picture-alliance/AP Photo/T. Mukwazhi)

Kein Karnevalskostüm sondern ein Geburtstagsoutfit: Mugabe mit seiner Frau Grace

Die Regierungspartei Zanu-PF ließ sich die Geburtstagsfeier für das inzwischen älteste Staatsoberhaupt der Welt mit Tausenden Gästen geschätzte 1,9 Millionen Euro kosten. Die Party fand in einem großen Festzelt statt, das mit Porträts von Präsident Robert Mugabe in jüngeren Jahren geschmückt war.

Genuschelte Geburtstagsrede

Mit einem schwarzen Cowboy-Hut auf dem Kopf und gekleidet in einen Anzug mit seinen Konterfeis sprach Mugabe rund eine Stunde lang zu seinen Gästen, wobei er über lange Strecken Pausen einlegte und manchmal nuschelte. "Es ist nicht immer einfach vorherzusagen, ob man nächstes Jahr noch leben wird, auch wenn man dieses Jahr lebendig ist", sagte der 93-Jährige. Dies liege allein in der Macht Gottes.

Mugabe herrscht seit 37 Jahren in Simbabwe. Trotz seines hohen Alters weist er regelmäßig Rücktrittsforderungen nicht nur zurück, sondern will sogar 2018 bei der Präsidentenwahl erneut antreten. Auch auf der Geburtstagsfeier schloss er einen Rückzug aus. "Warum sollte ich, frage ich mich selbst", sagte Mugabe. Zudem betonte der Staatschef, dass er keinen Nachfolger bestimmen werde. Dies sei Aufgabe der Partei.

Höhepunkt der Party war ein Festessen, bei dem auch riesige Geburtstagstorten serviert wurden, eine davon in Form von Mugabes Mercedes-Limousine. Schon Mugabes eigentlicher Geburtstag am Dienstag hatte tagelange Feierlichkeiten sowie Lobgesänge auf den Präsidenten in den Staatsmedien nach sich gezogen. 

Bei Oppositionsgruppen stieß das Fest auf Protest. Angesichts der Nahrungsmittelknappheit in dem südafrikanischen Land gab es etwa Kritik an dem verschwenderischen Festessen. Aktivisten gaben an, arme Bauern hätten Vieh für das Festmahl zur Verfügung stellen müssen. Der Regierungskritiker Promise Mkwananzi nannte die hohen Kosten der Feier "idiotisch und frivol".

Mugabe hat die ehemalige britische Kolonie mit einer erratischen Politik völlig heruntergewirtschaftet. Nach Jahren der Rezession und Hyperinflation steckt Simbabwe in einer tiefen Krise. Dieses Jahr könnte die Wirtschaft des südafrikanischen Landes um weitere 2,7 Prozent schrumpfen, schätzt der Internationale Währungsfonds. Infrastruktur, Schulen und Gesundheitsversorgung sind in einem desolaten Zustand. 80 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung schlagen sich im informellen Sektor durch und der Staat bezahlt seine Angestellten nur verspätet.

wl/jj (dpa, afp)