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Zweiter Stichwahlplatz hart umkämpft

8. September 2015

Nach dem Überraschungssieg des Komikers Morales in der ersten Runde der Präsidentenwahl ist offen, wer es noch in die Stichwahl schafft. Eines ist aber bereits sicher: Die Wähler haben das Establishment abgestraft.

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Der Überraschungssieger Jimmy Morales am Wahlabend (Foto: dpa)
Der Überraschungssieger Jimmy Morales am WahlabendBild: picture-alliance/dpa/E. Biba

Der frühere Präsident in Untersuchungshaft, ein TV-Komiker als Sieger der ersten Runde der Präsidentenwahl. Die vergangenen Tage in Guatemala boten ausreichend Stoff für mehrere Politthriller und -satiren, doch die Frage ist, wie es in dem zentralamerikanischen Land nun weitergeht. Den ersten Wahlgang konnte der 46-jährige Komiker Jimmy Morales mit rund 24 Prozent der Wählerstimmen für sich entscheiden. Wird es für den Politneuling auch für einen Sieg in der Stichwahl reichen?

Sein größter Herausforderer hat im ersten Wahlgang jedenfalls stark geschwächelt: Der Unternehmer Manuel Baldizón wurde lange Zeit von vielen als der große Favorit gehandelt. Doch Hinweise auf Korruption in seinem Umfeld hatten die Sympathiewerte zuletzt stark beschädigt. Gerade mal auf den dritten Rang schaffte es der erfahrene Politiker, rund 1000 Stimmen hinter der ehemaligen First Lady Sandra Torres. Da aber erst 98 Prozent der rund fünf Millionen Stimmen ausgezählt sind, könnte es Baldizón unter Umständen doch noch in die Stichwahl schaffen.

"Bestrafung der Kandidaten"

Daniel Haering Keenan jedenfalls bescheinigte Baldizón bereits, politisch gescheitert zu sein. Der Politikprofessor der privaten Francisco-Marroquín-Universität in Guatemala-Stadt erklärte, dass die politische Klasse des Landes von nun an stärker auf die verschiedenen Bedürfnisse der Wähler eingehen müsse.

Die Wahlen in Guatemala waren von einem schweren Korruptionsskandal überschattet worden. Der frühere Präsident Otto Pérez sitzt wegen Betrugsvorwürfen mittlerweile in Untersuchungshaft. Sein bisheriger Stellvertreter Alejandro Maldonada forderte die Bevölkerung auf, bei der Wahl "Kandidaten zu bestrafen, von denen sie enttäuscht wurden".

djo/chr (afp, ap, dpa)