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THEMEN

Konzentration auf das Mini-Finale

Deutschland will seinen Fans beim Spiel um den dritten Platz gegen Portugal noch einmal ein Fußball-Fest bieten. Für Torwart Oliver Kahn und eine Reihe anderer Spieler ist es das Debüt bei der WM 2006.

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Auch im "kleinen Finale" können sich die deutschen Spieler auf die Liebe ihrer Fans verlassen

Die Kranken-Liste bei den deutschen Spielern ist lang: Kapitän Michael Ballack kann gegen Portugal nicht antreten, weil er ein entzündetes Knie hat. Per Mertesacker musste an der linken Ferse operiert werden und sein Abwehrkollege Christoph Metzelder verdrehte sich das Knie. Mittelfeldspieler Tim Borowski brach am Freitag nach 20 Minuten das Training wegen einer Fußverletzung ab. Ob er spielen kann ist noch ungewiss.

Fußball, WM 2006, Deutschland - Argentinien, Kahn und Lehmann

Oliver Kahn (links) mit Jens Lehmann

Und einer wird nicht spielen, obwohl er könnte: Torwart Jens Lehmann tritt nicht an, damit Oliver Kahn wenigstens einmal in diesem Turnier zum Einsatz kommt. Kahn ist es auch, der für Ballack die Kapitänsbinde tragen wird.

Kampf um Prestige

Sicherlich: An den Glamour eines Finales kann das Spiel um den dritten Platz nicht heranreichen, aber trotzdem bietet sich Portugal und Deutschland die Chance mit einem weiteren Prestigegewinn aus dem Turnier hervorzugehen. Portugal hatte den Einzug ins Finale denkbar knapp verpasst: Nur ein einziges Elfmetertor hatte der Mannschaft den erstmaligen Einzug in ein WM-Finale verbaut. Jetzt soll wenigstens das Kunststück wiederholt werden, wie 1966 mit einem 2:1 gegen Russland den dritten Platz zu erreichen.

"Historische Leistung"

WM Fußball Portugal Trainer Luiz Felipe Scolari

Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari

"Wir sind stolz und glücklich, zu den besten vier von 32 Mannschaften zu gehören, die dieses Turnier gestartet haben", sagt Trainer Luiz Felipe Scolari, der am Samstag (21.00 Uhr) in Stuttgart möglicherweise zum letzten Mal auf der portugiesischen Trainerbank Platz nehmen wird. "Das ist eine historische Leistung." Die Portugiesen hatten nach dem verlorenen Halbfinale gegen Frankreich einen Tag weniger Zeit als die deutsche Elf, um sich auf das "kleine Finale" in Stuttgart vorzubereiten. Aber dafür dauerte ihr letztes Spiel nur 90 Minuten, während die Mannschaft von Jürgen Klinsmann gegen Italien zwei Stunden lang auf dem Rasen war und eine bittere 0:2-Niederlage hinnehmen musste. Die portugiesischen Spieler versuchen, ihre Halbfinalniederlage zu verdrängen. "Wir sind alle traurig über das Ergebnis", sagt Luis Figo. "Aber die WM ist nicht vorbei, und wir müssen uns noch einmal für das Spiel gegen Deutschland sammeln."

Trauerndes Portugal

WM 2006 - Portugal - Frankreich

Portugals Cristiano Ronaldo ärgert sich im Spiel gegen Frankreich über eine verpasste Torchance

Spielmacher Deco, dessen Leistung bei der WM nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen konnte, will vor allem für die Fans im Stadion wie daheim noch einmal alles geben. "Das Spiel am Samstag wird schwer, aber unser Stolz ist intakt", sagt Deco. "Ganz Portugal trauert. Jetzt müssen wir das Beste für unsere Fans geben."

Von den vier Halbfinalisten hat Portugal am wenigsten Tore geschossen. Aber nicht nur die Offensive bereitet Scolari Sorgern; er muss auch die Abwehr umbauen. Innenverteidiger Ricardo Carvalho ist nach einer zweiten gelben Karte gesperrt. Und der Rechtsverteidiger Miguel Monteiro hat sich eine Bänderverletzung am Knie zugezogen. Er wird mehrere Wochen nicht spielen können. Auf der rechten Seite wird so vermutlich Paulo Ferreira spielen, in der Mitte kommt wahrscheinlich Ricardo Costa zu seiner WM-Premiere.

Konkurrenz um "Goldenen Ball"

WM 2006 - Bilder des Tages - 20.06.2006

Hofft auf den 'Goldenen Ball': Miroslav Klose (11)

Neben dem Spiel um den zuvor kaum begehrten dritten Platz geht es in Stuttgart aber auch noch um eine weitere Trophäe: Sowohl Miroslav Klose als auch der portugiesische Mittelfeldspieler Maniche sind für den Goldenen Ball nominiert, mit dem die FIFA den besten Spieler des Turniers auszeichnet. In den letzten beiden WM-Spielen fällt auch die Entscheidung zum besten Torjäger der WM. Klose liegt mit fünf Toren vorn, könnte aber noch von Lukas Podolski und Thierry Henry (jeweils drei) sowie von Patrick Vieira, Zinédine Zidane, oder Luca Toni (jeweils zwei Tore) überholt werden.

Partystimmung erwartet

Die Sicherheitskräfte machen sich vor dem Spiel wenig Sorgen: "Wir sehen dem Spiel mit gewisser Entspannung entgegen. Es wird geprägt sein von Fröhlichkeit und Partystimmung. Wir erwarten rund 5000 Portugiesen im Stadion", erklärte Stuttgarts Polizei-Präsident Siegfried Stumpf.

Klinsmanns Eltern auf der Tribüne

Für Jürgen Klinsmann bedeutet das Spiel eine Rückkehr in die Heimat: Seine Eltern betreiben in Stuttgart eine Bäckerei und in Stuttgart begann er seine Fußball-Karriere beim Vfb, bevor er zu Bayern München, Inter Mailand, Tottenham Hotspur und Monaco wechselte. "Ich freue mich darauf, nach Stuttgart zu kommen, weil meine Familie dort sein wird und weil auch Joachim Löw (Klinsmanns Assistent; Anm. d. Red.) dort zuhause ist", sagt Klinsmann. Und auch wenn es nicht das erhoffte Finale sei, werde die Mannschaft sich voll auf das Stuttgarter Mini-Finale konzentrieren. (chr)

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  • Datum 08.07.2006
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