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Kunst

Kontroverse um neues Van Gogh-Skizzenbuch

Gerade erst erschienen, gibt es schon Streit um ein neues Buch mit unbekannten Werken Vincent van Goghs: Die Verleger beteuern die Authentizität der Zeichnungen, das Van-Gogh-Museum in Amsterdam spricht von Kopien.

Kaum hat das französische Verlagshaus Éditions du Seuil seine edierte Version von Van Goghs Skizzenbuch mit dem Namen "Vincent van Gogh. Le Brouillard d'Arles (Der Nebel von Arles)" der Presse in Paris vorgestellt, legten die Kollegen aus Amsterdam Einspruch ein.

Das dort ansässige Van-Gogh-Museum bezweifelt die Echtheit der Skizzen. "Auf der Basis jahrelanger Recherche zu den Zeichnungen Van Goghs in unserer Sammlung und andernorts sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Zeichnungen Kopien der Zeichnungen Van Goghs sind", erklärte das Museum. Dabei verwiesen die Amsterdamer Experten vor allem auf die Qualität der verwendeten Tinte, den Zeichenstil, sowie topographische Fehler.

Das wiedergefundene Skizzenbuch Van Goghs erscheint an diesem Donnerstag zeitgleich in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Japan und den USA. Es war im Vorfeld von den Herausgebern als Sensation angepriesen worden. Die Zweifel an der Echtheit der Skizzen scheinen dem Buch jedoch schon vor der Veröffentlichung den Glanz zu nehmen.  

Video ansehen 00:40

Van Gogh Skizze

Vorlage für weltberühmte Van-Goghs?

Die Kontroverse um das Skizzenbuch ist ein Streit unter Van-Gogh-Experten. Auf Seiten der Herausgeber steht unter anderem die kanadische Wissenschaftlerin und Van-Gogh-Expertin Bogomila Welsh-Ovcharov. Die emeritierte Professorin für Kunstgeschichte der Universität Toronto war Kuratorin zahlreicher Van-Gogh-Ausstellungen und hat diverse Bücher über den Künstler verfasst. In wissenschaftlichen Untersuchungen befanden sie und ihre Kollegen die Zeichnungen für authentisch. Als Mitherausgeberin des Skizzenbuchs analysiert sie darin die Zeichnungen und Gemälde, die aus ihnen hervorgingen.

Unter den 65 bisher vermeintlich verschollenen Skizzen befinden sich unter anderem Portraits des französischen Malers Paul Gauguin und des Ehepaars Ginoux, den Besitzern des berühmten Café de la Gare im südfranzösischen Arles, in dem Van Gogh wohnte. Marie Ginoux verewigte er in seinem weltberühmten Bild "L'Arlésienne". Zudem beinhaltet das Skizzenbuch, laut Éditions du Seuil eigentlich ein Rechnungsbuch des Café de la Gare, gezeichnete Vorlagen für die Gemälde "Das Schlafzimmer in Arles", "Das Nachtcafé" und "Zwölf Sonnenblumen in einer Vase".  

Buchcover Vincent Van Gogh, le brouillard d'Arles, carnet retrouvé

Voller Imitate? - Das wiedergefundene Skizzenbuch Van Goghs

Arles - Van Goghs Ort der Inspiration

Die Herausgeber hatten dem wiederentdeckten Skizzenbuch eine hohe Bedeutung beigemessen. Van Gogh hat zwar rund 1000 Zeichnungen hinterlassen, diese wären allerdings die einzig bekannten Skizzen aus seiner Zeit in Arles, wo er von Februar 1888 bis Mai 1889 lebte. Diese Zeit gilt als eine der kreativsten und produktivsten Phasen in seinem Leben, in der auch einige seiner bekanntesten Bilder entstanden.

Van Goghs Aufenthalt in Arles war aber gleichzeitig auch durch tragische Vorkommnisse gezeichnet. Am 23. Dezember 1888 schnitt er sich nach einem Streit mit seinem Künstlerfreund Paul Gauguin einen Teil seines Ohrs ab. Im Alter von 37 Jahren schoss er sich, am 27. Juli 1890, in Auvers-sur-Oise, nahe Paris, eine Kugel in die Brust. An den Folgen seiner Verletzungen starb er zwei Tage später.

sf/so (mit AFP/CBC.ca) 

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