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Standpunkt

Kommentar: Wahljahr 2017 - Die CSU ist gut aufgestellt

Wie gewohnt präsentierte sich die bayerische Schwesterpartei der CDU bei ihrer Neujahrsklausur als Avantgarde unter den deutschen Parteien. In einigen Punkten stimmt das wohl auch, findet Kay-Alexander Scholz.

CSU Winterklausur Seehofer (picture-alliance/dpa/T. Hase)

CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer

Punkt eins: Um den Generationenwechsel muss sich die CSU keine Sorgen machen

Anders als bei den anderen deutschen Volksparteien CDU und SPD gibt es in der CSU eine ganze Riege potentieller Nachfolger für die Spitzenämter in der Partei: Markus Söder, Alexander Dobrindt, Andreas Scheuer und Ilse Aigner. Sie sind alle noch relativ jung, wirken dynamisch und sind durch und durch ehrgeizige Alphatiere. In diversen politischen Ämtern haben sie bereits jede Menge Erfahrung sammeln können. Und von Horst Seehofer wurden sie im Einmaleins der politischen Ränkespiele geschult. Wie gemunkelt wird, könnte vielleicht schon im Sommer einer aus dem Kreis der "Ministranten" neuer Parteivorsitzender der CSU werden.

Scholz Kay-Alexander Kommentarbild App

DW-Korrespondent Kay-Alexander Scholz

Punkt zwei: Der Zeitgeist ist mit ihnen

Politikwissenschaftler sprechen neuerdings von einer neuen politischen Konfliktlinie entlang der Frage: Heimat versus Globalisierung. Die gesamte Parteienlandschaft werde sich umbauen, sagen die Forscher vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin. Für diesen Kampf hat die CSU gute Startbedingungen. Denn sie will schon immer beide Pole besetzen. Bei der bayerischen Regionalpartei werden Heimatliebe und Volksnähe offensiv zelebriert. Gleichzeitig gibt man sich aber auch weltmännisch und fortschrittsorientiert. Legendär ist das nun fast schon historische Motto der CSU, bayerisch sein bedeute "Laptop und Lederhose" zu vereinen.

Doch auch faktisch hat die CSU Vorteile. Da die absolute Mehrheit bei Wahlen zum gelebten guten Ton gehört, gibt es in jedem Wahlkreis in der Regel je einen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, die nah am Wähler sein können. Das kann in Zeiten allgemeinen Establishment-Bashings von Vorteil sein. Auch die bayerischen Wirtshäuser mit ihrer Stammtisch-Kultur, auch wenn es davon immer weniger gibt, bringt die Menschen real - und nicht im Internet - zusammen, um gemeinsam Frust und Ärger herunterzuspülen.

Punkt drei: Die CSU geht die AfD offensiv an

Anders als in anderen Parteien heißt es bei den jungen Vordenkern der CSU: Man dürfe das Potential der AfD - zahlenmäßig und personell - nicht unterschätzen. Dass das Jahr 2017 politisch noch einige böse Überraschungen parat haben könnte, davor verschließt man nicht die Augen. Die Scheu, auf Ängste in der Bevölkerung einzugehen, gibt es nicht. Die CSU will diese Ängste kompensieren. Mit Schild und Schwert und ohne Scheuklappen will man in den Kampf gegen die AfD ziehen. Denn es gelte noch immer: Rechts von der CSU darf es keine weitere Partei geben. Immerhin gibt es eine Strategie im Umgang mit der AfD. Vor diesem Hintergrund ist auch der Streit zwischen CDU und CSU um eine "Obergrenze" für Flüchtlinge als jüngster Auswuchs des zwischenparteilichen Streits um die Flüchtlingskrise einzuordnen. Die Chance, dass beide Unionsparteien wieder zueinander finden, ist übrigens groß. Denn auf dem Feld innere Sicherheit, beider Parteien Kernkompetenz, warten viele Gemeinsamkeiten.

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