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Kommentare

Kommentar: Trump, der Brandstifter

Donald Trump ist ein Rassist und Demagoge. Seine jüngste Forderung, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen, ist Strategie. Es ist höchste Zeit ihm endlich Paroli zu bieten, meint Michael Knigge.

Mit dem Begriff Volksverhetzer muss man vorsichtig umgehen. Aber auf Donald Trump trifft er zu. Das Wort bezeichnet laut Duden eine Person, die das Volk gegen jemanden aufhetzt oder aufwiegelt. Und genau das ist es, was Donald Trump seit Monaten macht. Erst hetzte er die amerikanischen Wähler gezielt gegen Einwanderer aus dem Süden, vor allem aus Mexiko auf. Seitdem jedoch der religiös verbrämte Terror des sogenannten "Islamischen Staates" die Schlagzeilen dominiert, stellte auch Trump das Ziel seiner Angriffe um: Statt gegen Einwanderer aus Lateinamerika agitiert er nun primär gegen Muslime.

Seine jüngste Forderung, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen, ist absurd. Trumps geplantes Einreiseverbot für alle Muslime - Touristen, Einwanderer, ja sogar US-Amerikaner islamischen Glaubens - verstößt gegen die amerikanische Verfassung und jede internationale Norm. Sie kann und wird deshalb schon aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden. Viel schlimmer wiegt jedoch der gesellschaftliche Schaden, den Trump mit seiner Forderung angerichtet hat: Denn mit seiner Forderung nach einem Einreiseverbot erklärt Trump alle rund 1,5 Milliarden Muslime weltweit zu potenziellen Terroristen. Das ist Rassismus und verhöhnt gerade jene Werte und Rechte von Religionsfreiheit, für die Vereinigten Staaten historisch stehen.

Michael Knigge Kommentarbild App

DW-Redakteur Michael Knigge

Schändlich und gefährlich

Trumps Forderung ist jedoch nicht nur schändlich, sondern auch gefährlich. Mit seiner Idee heizt er die in Teilen der Bevölkerung vorhandene fremdenfeindliche und anti-islamische Stimmung weiter an - und spielt damit direkt den islamischen Extremisten in die Hände. Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass die Stimmung bei dem riesigen Waffenarsenal in Privatbesitz in den USA individuell auch leicht in Gewalt umschlagen kann. Denn Trumps Äußerungen finden weiter breite Resonanz - schließlich ist er aller Kritik zum Trotz noch immer der in den meisten Umfragen führende Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Deshalb sollten spätestens jetzt Medien, Politiker und Bürger den Irrglauben aufgeben, dass Trump wie ein Albtraum schon irgendwie von alleine verschwinden werde.

Trump ist kein politisches enfant terrible, das ab und zu über die Stränge schlägt, aber ansonsten harmlos ist. Trump ist ein Brandstifter, der über das nötige Geld und inzwischen auch über eine radikale Anhängerschaft verfügt, um im langen US-Wahlkampf auf Dauer eine wichtige Rolle zu spielen. Es wird Zeit, ihn endlich ernst zu nehmen und zu entlarven.

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