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Bundesliga-Kommentar

Kommentar: Schalke taumelt

Trainer Markus Weinzierl und seine Schalker verlieren auch gegen Mönchengladbach. Dabei ist aber nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die Art und Weise bedenklich, kommentiert DW-Sportreporter Thomas Klein.

Ach, was war das schön! Damals, im Sommer des vergangenen Jahres als Markus Weinzierl den Schalker Fans bei der Saisoneröffnung präsentiert wurde. Der neue Trainer wurde gefeiert, die Sonne schien, der Stimmung war überschwänglich - er, der neue Heilsbringer sollte Schalke endlich wieder nach oben führen. Manch ein Blau-Weißer philosophierte sogar schon über einen Titel. Ja, der Trainer und sein Stab sollten aus den Königsblauen wieder einen Klub mit internationalem Format basteln. Für diesen Traum wurde der neue Manager Christian Heidel auf dem Transfermarkt aktiv. Er öffnete die Schalker Geldbörse und lockte Breel Embolo, Benjamin Stambouli, Coke, Abdul Rahman Baba und Nabil Bentaleb zum Arbeiterverein. Ein großer, qualitativ guter Kader für große Ziele - so der Plan.

Fans mit klarer Ansage

Klein Thomas Kommentarbild App

DW-Sportreporter Thomas Klein

Doch es kam anders: Ein gutes halbes Jahr später ist klar, dass die Träume der Fans geplatzt sind. Zehn Pleiten in der Bundesliga musste die Weinzierl-Truppe bisher hinnehmen, lediglich sieben Mal ging Schalke als Sieger vom Platz. Das ist - Neuanfang hin oder her - viel zu wenig!

Den vorläufigen "Höhepunkt" durchlebte der Klub bei der 2:4-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Nach dem Schlusspfiff machten die mitgereisten Fans ihrem Ärger Luft. Sie schimpften und wüteten gegen das eigene Team - verbal und visuell. Die Spieler standen mit hängenden Köpfen vor ihren Anhängern und ließen es über sich ergehen.

Blick muss nach unten gehen

Auch an den Reporter-Mikrofonen das gleiche Bild. Niemand ging voran, stattdessen flüchteten sich die Verantwortlichen in Floskeln und reagierten teilweise dünnhäutig auf Journalisten-Fragen. Man müsse jetzt Klartext reden und wolle von Spiel zu Spiel gucken - viel mehr gab es nicht zu hören. Dabei wäre es bitter nötig gewesen, denn die Schalker müssen ihren Blick in den Keller der Tabelle richten. Es sind nur noch vier Punkte bis zum Relegationsplatz. Und mit einer Leistung wie gegen Köln oder Mönchengladbach findet sich der Klub in diesen Tabellenregionen schneller wieder als gedacht.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die Mannschaft ist nicht stabil genug, sie spielt inkonstant und wirkt teilweise nicht wie ein Team auf dem Platz. Die Elf von Markus Weinzierl leistet sich bemerkenswerte, haarsträubende Fehler in der Abwehr und im Aufbauspiel. Auch die Körpersprache ist bedenkenswert. Wo ist die Leidenschaft? Wo der Kampfgeist? Wo der unbedingte Wille ein Spiel gewinnen zu wollen? Als Mönchengladbach innerhalb von zwölf Minuten drei Tore erzielte, gab es so gut wie kein Aufbäumen bei den Königsblauen.

Nur ein Ausrutscher? Nein, Schalke ist mächtig ins Taumeln geraten und muss seine Saisonziele schon jetzt abhaken. Die internationalen Plätze sind momentan unerreichbar. Stattdessen droht ein Abrutschen in den Tabellenkeller, im schlimmsten Fall sogar auf den Relegationsplatz, wenn sie nicht aufpassen.

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