Kommentar: HSV einfach katastrophal | Kommentare | DW | 14.01.2018
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Bundesliga

Kommentar: HSV einfach katastrophal

Erneut hat der Hamburger SV eine schwache Leistung gezeigt. Ein Fortschritt ist beim Bundesliga-Dino seit Jahren nicht zu erkennen. Es wird Zeit, dass das Elend endlich ein Ende hat, findet Andreas Sten-Ziemons.

FC Augsburg - Hamburger SV 1:0 (picture-alliance/dpa/S. Puchner)

HSV-Torhüter Julian Pollersbeck war in Augsburg einer der wenigen Lichtblicke bei den Hamburgern

Was soll man zu den Auftritten des Hamburger SV noch sagen? Schon die Hinrunde war mit einer Ausbeute von nur 15 Punkten alles andere als brillant. Nach kurzer Winterpause und trotz intensiver Vorbereitung kam nun beim FC Augsburg eine weitere Enttäuschung hinzu. Bei der hochverdienten 0:1-Niederlage liefen die Hamburger ihren Gegnern über 90 Minuten nur hinterher. Selbst hatten sie keine Ideen, zeigten keine Kreativität, und versprühten keine Gefahr beim Torabschluss. Hätten die Angreifer des FCA ihre zahlreichen Tormöglichkeiten nur ein bisher konsequenter genutzt, es hätte ein Debakel für den HSV gegeben - und niemand hätte sich beschweren dürfen.

Wie kann es sein, dass bei einer Mannschaft keine Verbesserung festgestellt werden kann, in die seit Jahren etliche Millionen des Gönners Klaus-Michael Kühne gesteckt wurden - stets in der Hoffnung und dem festen Glauben, jetzt endlich die richtigen Spieler gefunden zu haben, um den Weg zurück in obere Regionen der Tabelle zu schaffen?

Andreas Sten-Ziemons

Andreas Sten-Ziemons

Vermeintliche Führungsspieler wie Filip Kostic, André Hahn, Dennis Diekmeier und Bobby Wood waren gegen den FCA erneut kein Faktor. Die beiden "Felsen in der Brandung", die Innenverteidiger Mergim Mavraj und Kyrgiakos Papadopoulos, waren ebenfalls nicht in der Lage, den Tempogegenstößen der Augsburger etwas entgegenzusetzen. Beim Siegtreffer durch Ja-Cheol Koo waren sie überhaupt nicht auf der Höhe. Dass vor dem Spiel herausgestellt wurde, wie sehr der Ausfall des schwedischen Mittelfeldspielers Albin Ekdal schmerze, mag zwar zutreffend sein, dennoch ist es ein Armutszeugnis, dass der Klub offenbar von einem Spieler abhängig ist, der sehr oft verletzt fehlt und wenn er in der Bundesliga spielt, auch nicht regelmäßig Bäume ausreißt.

Schwacher Schatten eines einst großen Klubs

Der Hamburger SV war mal ein großer Klub mit tollen Spielern, legendären Trainern und einer cleveren Vereinsführung. Berechtigterweise wurde der Klub in einem Atemzug mit dem großen FC Bayern genannt, ja hatte Anfang der 1980er-Jahre sogar die Nase knapp vor den Münchnern. Allerdings ist das nun wirklich lange her und nichts vom alten Glanz ist geblieben.

Aktuell gibt es für den HSV, bei dem die Verantwortlichen nicht müde werden zu betonen, dass man endlich mal Kontinuität reinbekommen muss, nur eine Richtung - und die geht nach unten. Ketzerisch könnte man sagen: Kontinuität gibt es beim HSV doch schon: Er spielt seit Jahren schlecht - egal wer auf dem Rasen, der Bank oder in der Vorstandsetage das Sagen hat. Ein Abstieg des letzten Bundesliga-Gründungsmitgliedes, das noch nie in die 2. Liga musste, ist überfällig - die überwiegende Mehrheit der Nicht-HSV-Fans wünscht sich dieses Szenario seit Jahren. Und der Klub tut offenbar alles dafür, diesen Wunsch endlich in Erfüllung gehen zu lassen. Ein lautes "Na endlich!" aus dem restlichen Fußball-Deutschland, wenn ihre dann seit knapp 55 Jahren laufende Bundesliga-Uhr im Mai zum Stillstand käme, wäre den Hamburgern gewiss.

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