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Fußball

Kommentar: Den Trainer gerettet

Leverkusens Stürmer Stefan Kießling rettet seinem Trainer wohl den Job, obwohl der ihn regelmäßig übergeht. Kießling muss spielen, fordert Tobias Oelmaier in seinem Kommentar.

Irgendwie scheint Stefan Kießling einfach keine Lobby zu haben. Seit über zehn Jahren spielt er in der Bundesliga, ist inzwischen die Nummer 16 in der ewigen Torschützenliste. Bei Bundestrainer Joachim Löw war er nie gesetzt. Kein großes Turnier durfte er mitspielen, obwohl es an treffsicheren Stürmern doch allzu oft gemangelt hatte. Dabei ist Kießling alles andere als ein Stinkstiefel. Kollegen beschreiben ihn als umgänglich, nett, loyal.

Für Bayer Leverkusen hat Kießling seit 2006 allein in der Bundesliga 125 Tore geschossen, gilt als das Gesicht seines Vereins. Die Fans lieben ihn. Dennoch hat der Stürmer bei Trainer Roger Schmidt keine guten Karten. Sieben Wochen musste Kießling auf einen Einsatz in der Startelf warten. "Es ist eine schwierige Situation für mich", bekennt "Kies" denn auch, und es ist ein offenes Geheimnis: Als Bankdrücker ist er sich zu schade, er will in der Winterpause weg aus Leverkusen.

Oelmaier Tobias Kommentarbild App

DW-Redakteur Tobias Oelmaier

Dabei kann man nicht einmal sagen, dass Schmidt der Erfolg recht gäbe. Zwar trifft Neuzugang Chicharito Hernandez konstant, aber die Mannschaft steht bei weitem nicht da, wo sie gerne stände. Meisterschaftskandidat ist man sowieso schon lange nicht mehr, auch die erweiterte Spitze ist aus den Augen geraten. Jüngst das Aus in der Champions League aufgrund einer erbärmlichen Chancenverwertung gegen Barcelonas B-Team. Der Trainer ist inzwischen äußerst umstritten bei der Presse, beim Publikum, vielleicht auch in der Vereinsführung.

Nun, gegen die Überflieger aus Mönchengladbach, setzte Roger Schmidt dann doch endlich auf eine Doppelspitze, ließ Kießling neben Chicharito auflaufen. Heraus kam ein imposantes 5:0. Dreifacher Torschütze: Chicharito. Zweifacher Torschütze und zweifacher Vorbereiter: Kießling. Wahrscheinlich hat der seinem Trainer mit dieser Leistung den Job gerettet. Ausgerechnet dem Mann, der ihn nicht will. Roger Schmidt lobte brav: "So wie er heute gespielt hat, können wir nicht auf ihn verzichten." Jetzt sollte Schmidt seinen Worten Taten folgen lassen und Stefan Kießling auch zeigen, wie wichtig er für den Verein ist! Kießling muss spielen, das hat der Sieg gegen Borussia Mönchengladbach eindrücklich gezeigt.

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