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Fußball

Kommentar: Alle Ausrutscher aufgebraucht

Deutschland spielt nur 1:1 gegen Irland und macht ein viel schwächeres Spiel als gegen Polen. Kein deutscher Spieler überzeugt mit kreativen Ideen. Ab jetzt muss gewonnen werden, meint Andreas Sten-Ziemons.

Gegen Polen - so habe ich noch vor zwei Tagen kommentiert - kann man mal verlieren. Zumal, da viele Stammspieler fehlten und das Spiel gegen die Polen gar nicht schlecht war. Was allerdings die Sorgenfalten ein wenig tiefer werden lässt, ist die uninspirierte Leistung der deutschen Mannschaft gegen Irland. Außer ein paar in den Strafraum gelupften Bällen auf die Stürmer und einem Lattenkracher nach Gewaltschuss von Erik Durm am Anfang der Partie, sowie dem Fernschuss, der zum 1:0 führte, sorgte die deutsche Elf nicht für Überraschungsmomente.

Andreas Sten-Ziemons (Foto: DW)

Andreas Sten-Ziemons

Dabei taten die Iren im Grunde genau das, was man im Vorfeld auch von ihnen erwartet hatte. Sie standen tief, taten kaum etwas nach vorne und überließen es den Deutschen, das Spiel zu machen. Ein Auftrag, dem die deutsche Elf viel zu selten nachkam. Und auch wenn die vielbeinige Abwehr der Iren aus einigen kantigen Haudegen bestand - die spielerische Klasse, auch solch einen Abwehrriegel mit spielerischen Mitteln erfolgreich zu brechen, hatte die deutsche Mannschaft allemal. Allein, sie zeigte es nicht.

Trost gegen Gibraltar

Daher kommt sie nun mit nur vier Punkten aus den ersten drei EM-Qualifikationsspielen langsam unter Zugzwang. Weitere Ausrutscher darf sich die Mannschaft von Joachim Löw nicht leisten. Die Ergebnisse der anderen Teams in Gruppe D zeigen, dass hier jeder jeden schlagen oder zumindest in Gefahr bringen kann und alle Mannschaften in der Lage sind, Punkte zu sammeln - sogar gegen Weltmeister Deutschland.

Zwei Dinge trösten: Zum einen wird die deutsche Nationalmannschaft in Zukunft wohl nicht mehr so auflaufen (müssen), wie gegen Irland. Mit Marco Reus, Benedikt Höwedes, André Schürrle, Christoph Kramer und Mario Gomez werden dann wieder erfahrenere und bessere Alternativen zur Verfügung stehen. Außerdem muss man im letzten EM-Qualifikationsspiel des Jahres "nur noch" gegen Gibraltar antreten. Und gegen diese tapfer kämpfende, aber völlig unterlegene Amateur-Mannschaft aus hauptberuflichen Polizisten und Hafenarbeitern würde Deutschland auch in der Besetzung, die gegen Irland enttäuschte, wohl einen ungefährdeten Kantersieg einfahren.

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